MBA-Anbieter: Business Schools und ihre Akkreditierung

Wer ein MBA-Studium absolvieren möchte, sollte sich genau überlegen, welchen Anbieter er wählt. Denn beim MBA zählt nicht der Titel, sondern die Reputation der Schule, an der er erworben wurde. Ein wichtiges Qualitätsmerkmal der Business Schools ist deren Akkreditierung.

Absolviert wird der "Master of Business Administration" (MBA), ein Abschluss in allgemeiner Unternehmensführung, an einer Business School. Doch diese sind je nach Studienland sehr unterschiedlich organisiert.

Business Schools: Unterschiedliche Geschichte in den USA und Europa

Harvard, Wharton oder Stanford – in den USA sind die führenden Business Schools an renommierte Universitäten angegliedert und entsprechen daher dem wirtschaftswissenschaftlichen Fachbereich einer deutschen Universität. Jedoch genießen sie in der Regel eine umfangreiche rechtliche, finanzielle oder organisatorische Unabhängigkeit. In Europa verlief die Entwicklung etwas anders. Hier gibt es die MBA-Ausbildung auch außerhalb der normalen Universitäten an privaten Business Schools, die häufig sogar von Unternehmen gegründet wurden. Ein Beispiel dafür ist das "International Institute for Management Development" (IMD) in Lausanne.

Große Vielfalt an MBA-Anbietern in Deutschland

Auch in Deutschland haben inzwischen zahlreiche Hochschulen eigene Business Schools gegründet, die eng an die jeweilige wirtschaftswissenschaftliche Fakultät angegliedert sind. Um unabhängiger von den oft starren Regelungen der Hochschule zu werden, lagern sie die Business School als gemeinnützige GmbH (gGmbH) aus. Ein Beispiel dafür ist die "Mannheim Business School" der Universität Mannheim. Zudem gibt es private Business Schools wie die "WHU – Otto Beisheim School of Management" oder die "HHL Leipzig Graduate School of Management" und Niederlassungen von ausländischen Hochschulen wie die "Henley Business School" mit ihrem Campus in München.

Die meisten MBA-Programme werden jedoch von den Fachhochschulen (University of Applied Sciences) angeboten. Gerade in Deutschland gibt es dabei oft ein Missverständnis: Der MBA ist zwar ein praxisorientiertes Studium, was jedoch nicht bedeutet, dass die wissenschaftliche Fundierung keine Rolle spielt. Gute MBA-Programme vermitteln die neuesten Forschungsergebnisse und deren praktische Anwendung.

Da der Begriff Business School nicht geschützt ist, nennen sich auch nicht-akademischen Trainingsinstitute so. Sie kooperieren dabei manchmal mit – häufig eher unbekannten – ausländischen Hochschulen, die dann den MBA-Titel als akademischen Abschluss vergeben.

Qualitätsmerkmale für Business Schools

Gehört eine Business School zu einer renommierten Universität oder verfügt sie über eine hohe Anerkennung in der Wirtschaft, kann man auch von einer hohen akademischen Qualität ausgehen. Das gilt beispielsweise für das "Institut Européen d’Administration des Affaires" (Insead) bei Paris.

Ein wichtiges Qualitätskriterium ist zudem die Akkreditierung. Im internationalen MBA-Markt zählen dabei drei Gütesiegel: AACSB, Equis und Amba. Grundsätzlich funktionieren alle nach einem ähnlichen Prinzip. Eine Schule reicht einen Selbstreport ein. Erfüllt sie die jeweiligen Voraussetzungen, besucht ein Team aus Professoren anderer Business Schools die Anwärter-Schule, hinterfragt die Angaben und diskutiert kritische Punkte.

Die wichtigsten Akkreditierungsorganisationen für Business Schools

Die älteste und weltweit größte Akkreditierungsorganisation ist die 1916 gegründete "AACSB International – The Association to Advance Collegiate Schools of Business". Sie akkreditiert keine einzelnen Programme, sondern stets die gesamte Business School. Das gilt auch für Equis, wobei hier die Internationalität der Schule eine wesentliche Rolle spielt. Equis steht für "European Quality Improvement System" und wird von der "European Foundation for Management Development" (EFMD) in Brüssel vergeben. Die britische "Association of MBAs" (Amba) begutachtet jeweils alle MBA- und Master-in-Management-Programme einer Schule. Erfüllt ein Programm die Kriterien nicht, gibt es kein Gütesiegel.

Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, ist die Zahl der international akkreditierten Business Schools in Deutschland eher gering. Von der AACSB sind derzeit zehn deutsche Schulen akkreditiert, bei Equis sind es sechs und bei der Amba fünf Schulen. Ein Grund dafür mag sein, dass es in Deutschland ein eigenes Akkreditierungssystem gibt. Hier muss jeder neue Studiengang – also auch jeder MBA-Studiengang – akkreditiert werden. Überprüft wird allerdings nur, ob ein Studiengang die Mindestkriterien erfüllt. Auf dem internationalen MBA-Markt haben die deutschen Akkreditierungen so gut wie keine Bedeutung.


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