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| Lernen auf Distanz

MBA-Fernstudienberatungen verlaufen oft unstrukturiert

Manche Beratungen ließen die Prüfer von Stiftung Warentest ratlos zurück.
Bild: Veer Inc.

Stiftung Warentest hat elf Studienberatungen zum MBA-Fernstudium getestet. Das Fazit: Nur zwei Anbieter gaben eine gute Auskunft, alle anderen Beratungen wiesen inhaltliche und fachliche Mängel auf. Vor allem Fernberatungen per E-Mail und Telefon konnten nicht überzeugen.

Einen MBA per Fernstudium zu erlangen bietet viele Vorteile: Die Studenten können sich ihre Zeit weitestgehend selbst einteilen, sie müssen nur in Ausnahmen vor Ort zum Unterricht erscheinen, und die meisten Online-MBAs fordern nur einen Bruchteil der Gebühren, die für ein Präsenzprogramm fällig werden. Wer sich für ein solches Programm interessiert, kann bei vielen Anbietern vorab eine Studienberatung nutzen – entweder persönlich, telefonisch oder per E-Mail.

Auskünfte per E-Mail und Telefon sind bestenfalls Mittelmaß

Stiftung Warentest wollte nun wissen, wie es um die Qualität solcher Studienberatungen bestellt ist. Dafür haben die Tester elf Fernstudienberatungen unter die Lupe genommen. Pro Anbieter haben sich neun Mitarbeiter der Stiftung inkognito beraten lassen und ihre Erfahrung dokumentiert. Dabei informierten sich jeweils drei Tester persönlich, drei telefo­nisch und drei per E-Mail. Getestet wurden dabei fachlich-inhaltliche Aspekte, aber auch der Service. Im Ergebnis zeigten gerade einmal zwei Schulen vor Ort eine gute Beratungsqualität. Alle anderen getesteten Anbieter schnitten mittelmäßig oder schlechter ab. Beim Warentest konnten vor allem die Fernberatungen nicht überzeugen: Die E-Mail- und Telefonauskünfte der Schulen kamen dort nicht über eine mittelmäßige Bewertung heraus.

Berater setzen Lernaufwand zu niedrig an

Als Grund für die schlechten Bewertungen gibt Stiftung Warentest an, viele Gespräche seien ohne roten Faden verlaufen und hätten Interessenten mit Informationen überfrachtet, die sie leicht auf den Homepages der Hochschulen hätten finden könnten. Außerdem hätten die Berater selten die wichtigen Fragen nach Lernverhalten oder Lebensumfeld der Interessenten gestellt. Auch, ob der MBA-Anwärter sich das Studium überhaupt leisten kann, sei oft nicht besprochen und zudem der Lernaufwand meist zu niedrig angesetzt worden.

Um Interessenten einen Leitfaden für eine gute Fernstudienberatung an die Hand zu geben, hat Stiftung Warentest eine Checkliste entwickelt. Diese kann kostenlos unter dem folgenden Link heruntergeladen werden: www.test.de

Haufe Online Redaktion

MBA, Fernstudium, Stiftung Warentest

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