0

| Lehre

Ausbildungspakt soll zu Allianz für Aus- und Weiterbildung werden

Die neue Allianz soll Schulabgänger und Ausbildungsbetriebe zusammenführen und die Zahl der Ausbildungsverträge erhöhen.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Im vergangenen Jahr haben wieder viele Jugendliche keinen Ausbildungsplatz und viele Betriebe keine Azubis gefunden; insgesamt gab es weniger Ausbildungsverträge. Als Gegenmaßnahme plant Bildungsministerin Johanna Wanka nun, den Ausbildungspakt zu einer Allianz für Aus- und Weiterbildung zu entwickeln.

Mehr als 20.000 Schulabgänger haben im Jahr 2013 keinen Ausbildungsplatz gefunden, und andererseits konnten in den Ausbildungsbetrieben 33.500 Stellen nicht besetzt werden. Das ist die Bilanz des jüngsten Berufsbildungsberichts. Insgesamt gab es demnach im vergangenen Jahr nur 530.700 neue Ausbildungsverträge, etwa 20.500 weniger als im Jahr 2012. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka hat deshalb verstärkte Anstrengungen der Bundesregierung angekündigt, die Zahl der Ausbildungsverträge zu erhöhen. Die Bundesregierung werde den Ausbildungspakt zu einer Allianz für Aus- und Weiterbildung entwickeln, sagte die CDU-Politikerin am Freitag der "Passauer Neuen Presse". "Dabei werden wir über das Thema Ausbildungsgarantie diskutieren", so Wanka. "Unser Ziel ist: Kein junger Mensch darf zurückbleiben."

Auch Gewerkschaften sollen sich am Pakt beteiligen

Wanka bedauerte, dass immer mehr und vor allem kleinere Betriebe keine Ausbildungsplätze mehr anböten. Sie forderte, Unternehmen müssten sich um schwächere Bewerber kümmern. "Dazu benötigen wir belastbare Absprachen." Sie hofft darauf, dass sich auch die Gewerkschaften an dem Pakt beteiligen.

Wanka ermutigt Abiturienten, eine Ausbildung in Betracht zu ziehen

Die Bildungsministerin wirbt auch bei den Schulabgängern: Angesichts hoher Abbrecherquoten an Hochschulen möchte sie mehr Abiturienten dazu bewegen, eine Ausbildung in Betracht zu ziehen. "Ich freue mich über jeden Studienanfänger. Mir machen aber die hohen Abbrecherquoten Sorgen. Da sollten wir gegensteuern. Nicht jeder Abiturient muss unbedingt studieren", so Wanka.

Regionale und branchenspezifische Unterschiede

Die Diskrepanz zwischen Jugendlichen, die eine Stelle suchen, und Unternehmen, die keine Ausbildenden für ihre offenen Lehrstellen finden, bereitet den Verantwortlichen schon länger Kopfzerbrechen. Nach Auskunft der Bundesagentur für Arbeit gibt es hierbei vor allem regionale und branchenspezifische Unterschiede: "Im Norden gibt es viele Jugendliche, die eine Stelle suchen, aber keine finden, während im Süden Stellen unbesetzt bleiben", sagt Paul Ebsen, Pressesprecher der Bundesagentur für Arbeit (BA), in einem Interview mit der Haufe Online Redaktion. "Zum anderen sind das berufsfachliche Aspekte: Nahezu die Hälfte aller unbesetzten Stellen finden sich im Verkauf und in der Gastronomie", so Ebsen weiter.

Fördermöglichkeiten für leistungsschwächere Auszubildende

Um sich für Bewerber attraktiv zu machen, empfiehlt Ebsen den Unternehmen, den Jugendlichen eine langfristige Perspektive zu bieten – indem man ihnen etwa nach der Ausbildung eine verantwortungsvolle Position in Aussicht stellt. Zudem sollten die Unternehmen "nicht nur die erste Garde der Jugendlichen" aussuchen: "Denn oft sind es gerade die leistungsschwächeren, die länger im Unternehmen bleiben und treuer sind", so der Pressesprecher. Für diese gebe es zudem verschiedene Fördermöglichkeiten, zum Beispiel durch die BA.

dpa / Haufe Online Redaktion

Lehre, Ausbildung, Weiterbildung

Aktuell

Meistgelesen