| Kulturvorbereitungstrainings

Multinationale Teams: Sensibilität hilft mehr als starre Rezepte

In vielen Unternehmen spielt heute grenzüberschreitende Teamarbeit eine große Rolle.
Bild: PhotoDisc Inc.

Immer öfter arbeiten Menschen aus verschiedenen Ländern eng zusammen. Wie können Unternehmen ihre Leute darauf vorbereiten? Am besten über kultursensibilisierende Trainings, schreibt das Wissenschaftsmagazin "Personal Quarterly". Schablonen- und rezeptartiges Wissen über fremde Kulturen indes könne die Teamarbeit sogar behindern.

Multinationale Teams haben es nicht leicht - denn außer mit den ihnen obliegenden Aufgaben müssen sie zusätzlich auch noch mit den kulturellen Differenzen zwischen den Mitgliedern des Teams zurechtkommen. Dabei können erhebliche Probleme auftauchen, denn unterschiedliche kulturelle Prägungen können leicht zu Missverständnissen und diese wiederum zu Ineffizienz, Konflikten und Frust führen. Professor Julia Brandl vom Institut für Organisation und Lernen an der Universität Innsbruck und Dr. Anne-Katrin Neyer vom Lehrstuhl für Personalwirtschaft und Business Governance an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg haben gemeinsam untersucht, welche Formen von kulturvorbereitenden Trainings am hilfreichsten für den Umgang mit derartigen Situationen sind.

Einfühlungsvermögen und Anpassungsfähigkeit

Die Antwort der beiden Forscherinnen ist klar: Kultursensibilisierende Trainings stechen kulturvorbereitende Trainings klar aus. Bei ersteren steht die Vermittlung von Flexibilität in der eigenen Einstellung und der Fähigkeit, mit Unsicherheit umzugehen, im Vordergrund, bei letzteren die Vermittlung von Wissen über andere Kulturen. Anders gesagt: Bei kulturvorbereitenden Training geht es um fixe Rezepte, um andere Kulturen gewissermaßen in den Griff zu bekommen. Bei kultursensibilisierenden Trainings hingegen geht es um Hilfestellung für einen fortlaufenden Anpassungsprozess im Umgang mit fremden kulturellen Prägungen.

Vermeintliche Sicherheit kann Anpassung erschweren

Brandl und Neyer legen anhand der AUM-Theorie (Anxiety-and-Uncertainty-Management-Theorie) aus der Kommunikationsforschung dar, warum kultursensibilisierende Trainings überlegen sind. Sie schaffen nämlich keine vermeintliche Sicherheit durch rezeptartige Wissenshandreichungen, sondern befähigen stattdessen dazu, konstruktiv mit Ungewissheit und Unsicherheit umzugehen und auf dem Weg der Anpassung zu lernen. Dies sei nicht nur in interkulturellen Kontexten hilfreich. Schablonenartiges Wissen hingegen könne Anpassungsprozesse sogar behindern.

Weitere Informationen zum Wissenschaftsjournal "Personal Quarterly" und den vollständigen Artikel finden Sie hier.

Schlagworte zum Thema:  Personalentwicklung, Kultur, Interkulturell, Teamarbeit

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