02.12.2016 | Präventionsbericht 2016

Krankenkassen verstärken Gesundheitsförderung in den Betrieben

Betriebliche Gesundheitsförderung sollte mehr umfassen, als nur täglich frisches Obst für die Mitarbeiter bereitzustellen.
Bild: pixabay

Die gesetzlichen Krankenkassen haben ihre Bemühungen in Sachen Gesundheitsförderung und Prävention im vergangenen Jahr verstärkt. Das geht aus dem aktuellen Präventionsbericht 2016 von GKV-Spitzenverband und Medizinischem Dienst des GKV-Spitzenverbandes (MDS) hervor.

Über 317 Mio. Euro - neun Prozent mehr als im Vorjahr - haben die gesetzlichen Krankenkassen 2015 für Gesundheitsförderung und Prävention ausgegeben.  „Die gesetzlichen Krankenkassen investieren seit Jahren viel Arbeit und nicht zuletzt auch immer mehr Geld in den Ausbau der präventiven Maßnahmen für ihre Versicherten. Dieses Engagement werden wir insbesondere in der lebensweltbezogenen und der betrieblichen Gesundheitsförderung massiv verstärken. Die systematische Weiterentwicklung der Gesundheitsförderung ist allerdings eine Gemeinschaftsaufgabe und kann nicht von den Krankenkassen allein gestemmt werden. Einbringen müssen sich dabei die Verantwortlichen auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Umwelt, Verkehr, Bildung, Arbeitsmarkt – auch das etwa sind Faktoren, die hier eine wichtige Rolle spielen“, fasst Gernot Kiefer, Vorstand des GKV-Spitzenverbands, zusammen.

Gesundheit fördern, Menschen erreichen

Die Krankenkassen haben sich auch 2015 vor allem für gesundheitsfördernde Projekte in Wohngebieten, Kindertagesstätten und Schulen stark gemacht. Über 38 Mio. Euro wurden hier ausgegeben, das entspricht einer Steigerung zum Vorjahr um 20 Prozent. Von diesen Ausgaben sollen rund 2,5 Mio. Euro sozial benachteiligte Menschen direkt erreicht haben. So lagen 43 Prozent der so geförderten Grundschulen und 24 Prozent der erreichten Kitas in sozialen Brennpunkten, also in Wohngebieten, die stark von Einkommensarmut und Arbeitslosigkeit betroffen sind.

Investitionen in die betriebliche Gesundheitsförderung

Auch in die betriebliche Gesundheitsförderung wurde investiert. Mit über 76 Mio. Euro und damit 12 Prozent mehr als 2014 förderten sie entsprechende Maßnahmen, mit denen die psychischen und körperlichen Belastungen am Arbeitsplatz gering gehalten und die Gesundheit der Beschäftigen gestärkt werden sollen. In knapp 11.000 Betrieben konnten damit rund 1,3 Mio. Versicherte direkt angesprochen werden. Durchschnittlich zweieinhalb Jahre unterstützen die Krankenkassen Unternehmen bei entsprechenden Aktivitäten der betrieblichen Gesundheitsförderung. 

Präventionsbericht schafft Transparenz über Leistungen

Die Teilnahmezahlen bei Kursangeboten, die sich an einzelne Versicherte wenden und sich mit Bewegungsförderung, Stressbewältigung, Ernährung und Raucherentwöhnung befassen, blieben 2015 mit 1,7 Mio. auf Vorjahresniveau. Für diese individuellen Präventionsangebote gaben die Krankenkassen über 203 Mio. Euro und damit fünf Prozent mehr als im Vorjahr aus.

„Der Präventionsbericht von GKV und MDS schafft seit Jahren Klarheit über die Präventionsleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Mit Einführung der Nationalen Präventionskonferenz wird es 2019 erstmals einen übergreifenden Präventionsbericht geben, der Transparenz auch über die Leistungen anderer Träger herstellen wird. Er bildet die Basis für die qualitative und quantitative Weiterentwicklung einer über GKV und Sozialversicherungsträger hinausreichenden gesamtgesellschaftlichen Gesundheitsförderung und Prävention“, resümiert Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des MDS.

Weitere Informationen: www.gkv-spitzenverband.de.

Schlagworte zum Thema:  Betriebliches Gesundheitsmanagement, Krankenkasse

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