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Die E-Learning-Expertin Gudrun Porath berichtet in ihrer Kolumne regelmäßig Neues rund ums Thema "E-Learning". Bild: Haufe Online Redaktion

Wenn US-Präsident Trump sich informieren will, sieht er fern. Das wissen wir seit seinem Tweet zu den"schrecklichen Ereignisse" (Achtung: Fake News!) in Schweden. Wenn Mitarbeiter schnell etwas wissen wollen, googeln sie.  Entscheidend ist aber, "Fake News" und reale Fakten unterscheiden zu können.

Britische Manager, die etwas wissen wollen, suchen die Lösung im Internet. Von Online-Lernen oder qualitätsgeprüften Lerninhalten halten sie weniger, stellte erst im vergangenen Jahr eine  Umfrage unter 500 Senior-Managern aus Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern fest. Das tun sie wie ebenso mittlerweile fast jeder Schüler und Erwachsene, weil ihnen vor  allem zwei Dinge wichtig sind: Die Informationen müssen leicht zugänglich sein und ein schnelles Ergebnis ermöglichen.

So kommt es zu Ereignissen, wie jenes,  dass der US-amerikanische E-Learning-Experte  Elliot Masie kürzlich in seiner Keynote auf der Learntec erzählte. Masie berichtete von einer Freundin, die für einen Autohersteller arbeitet. Sie habe in einem Artikel gelesen, dass sich die gesetzlichen Vorgaben  für Autoreifen verändern würden. Da sie den Artikel für glaubwürdig hielt, sendete sie ihn 116 Freunden.

Fake News im Lernen: lernen, damit umzugehen

Tatsächlich jedoch handelte es sich um eine Falschmeldung, die schon der Autor des Artikels nicht erkannt hatte. Durch den Verbreitungsprozess wurde daraus eine  vertrauenswürdige Nachricht, die dennoch nicht den Fakten entsprach. In einer Welt des Lernens, in der wir mehr Wissen aus den unterschiedlichsten Quellen nachfragen und erhalten, sei der wichtigste Wandel, dass es mehr Falschmeldungen und Fehlinformationen gebe, so Maisie.

Masie übertrug die Gefahr von Falschmeldungen auf die Welt des Lernens. In einer "Open Content" Welt würden Lerner sich über offizielle Lerninhalte hinaus informieren, auf Youtube, in Ted Talks und vielen anderen unterschiedlichen Quellen. Es reiche daher nicht mehr, einen Kurs zu produzieren und  zu veröffentlichen. "In  der Welt des Lernens müssen wir lernen wie wir mit Fake News umgehen, sagt Elliot Masie.

Lerner muss zum Fakten-Checker werden

Das bedeutet für den Lerner wie für jeden Google-Sucher: Er muss zum Fakten-Checker werden und ein Gefühl dafür entwickeln, ob es sich um eine falsche Information handeln könnte. Das geht nicht ohne  Basiswissen und genaues Hinschauen, denn oftmals geben Bilder und Texte bereits erste Hinweise, ob die Informationen tatsächlich valide und belastbar sind.

Notwendig ist Vertrauen in die eigene Urteilsfähigkeit, was nicht mit Leichtgläubigkeit verwechselt werden sollte. Gut sind Kollegen, die über Expertenwissen verfügen und die ansprechbar sind, persönlich oder digital. Selbstverständlich sein sollte ein Blick auf andere Suchergebnisse, die die Suchmaschine auflistet.

Vor allem aber, und das ist die wichtigste Voraussetzung, muss der Lerner ein Interesse daran haben, falsche Informationen zu erkennen. Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen solche Lerner gedeihen, könnte sich zu einer echten Herausforderung für die Personalentwicklung entwickeln.


Mehr dazu, wie sich Fake News entlarven lassen, lesen Sie hier in einem Beitrag von Deutschlandfunk.

Wie Sie Fehlinformationen in Social Media auf die Schliche kommen, erfahren Sie hier in einem Beitrag der Stuttgarter Nachrichten.

Über die Kolumnistin

Gudrun Porath ist freie Journalistin – und beobachtet unter anderem für www.haufe.de/personal und "Wirtschaft + Weiterbildung" die Trends auf dem E-Learning-Markt. Ihre Schwerpunktthemen sind das Lernen mit digitalen und sozialen Medien.

Schlagworte zum Thema:  E-Learning, Personalentwicklung, Weiterbildung, Lernen, Software

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