08.01.2014 | Koalitionsvertrag

Klares Bekenntnis zur betrieblichen Altersversorgung

Die betriebliche Altersversorgung soll gestärkt werden - das sieht der Koalitionsvertrag vor.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Das Versprechen der neuen Bundesregierung, die betriebliche Altersversorgung (bAV) stärken zu wollen, trifft auf große Zustimmung. Doch auch die Betriebe selbst sind gefragt - in einem neuen Dossier erklärt das Demographie Netzwerk ddn, wie die Verbreitung der bAV im eigenen Unternehmen gestärkt werden kann. 

Nur ein kleiner Absatz befasst sich im 187 Seiten umfassenden Koalitionsvertrag mit der betrieblichen Altersversorgung – doch Berater, Versicherungen und Verbände interpretieren ihn als klares Bekenntnis der neuen Regierung, ihre Verantwortung in diesem Bereich nun sehr ernst nehmen zu wollen.
Wörtlich heißt es im Koalitionsvertrag unter Punkt 2.3. Soziale Sicherheit: „Die Alterssicherung steht im demografischen Wandel stabiler, wenn sie sich auf mehrere starke Säulen stützt. Deswegen werden wir die betriebliche Altersvorsorge stärken. Sie muss auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Klein- und Mittelbetrieben selbstverständlich werden. Daher wollen wir die Voraussetzungen schaffen, damit Betriebsrenten auch in kleinen Unternehmen hohe Verbreitung finden. Hierzu werden wir prüfen, inwieweit mögliche Hemmnisse bei den kleinen und mittleren Unternehmen abgebaut werden können. Wir werden auch im europäischen Kontext darauf achten, dass die guten Rahmenbedingungen für die betriebliche Altersvorsorge erhalten bleiben.“

Nach Informationen des Online-Portal IPE Institutional Investment  plant die Regierung nun eine Untersuchung der möglichen steuerlichen Hindernisse, welche die Verbreitung der bAV in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) behindern.

Karch: „Sehr ermutigendes Signal“

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) begrüßt den Vorstoß der Koalition, die betriebliche Altersvorsorge stärken zu wollen. Auch die Arbeitsgemeinschaft betriebliche Altersversorgung (aba) wertet die Aussage als „sehr ermutigendes Signal“, in dem die Regierung „sich klar für eine Stärkung der bAV“ ausspricht. Dazu aba-Vorsitzender Heribert Karch gegenüber IPE: „All die Gespräch die ich mit politischen Vertretern geführt habe und meine Einschätzung sagen, dass sie das wirklich sehr ernst nehmen.“ Er wertet den Koalitionsvertrag als Bestätigung, „dass die bAV-Industrie Recht hatte: das Pensionssystem braucht Reformen.“

Kast: Kapitalgedeckte bAV für Generationengerechtigkeit und Versorgungssicherheit

Auch das Demographie Netzwerk ddn äußert sich positiv zur Absicht der neuen Regierung. Ddn-Vorsitzender Rudolf Kast erklärt: „Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass die staatliche Rente allein künftig nur zur Grundsicherung ausreichen wird. Deshalb müssen Beschäftigte zusätzlich vorsorgen.“ Eine stärkere Beteiligung der Beschäftigten an der kapitalgedeckten bAV bedeute mehr Generationengerechtigkeit und mehr Versorgungssicherheit. Zudem könnte die bAV zur Finanzierung flexibler Übergänge in die Rente eingesetzt werden.

Umsetzungstipps für Unternehmen 

Praktische Tipps, wie die betrieblichen Altersversorgung im eigenen Unternehmen gestärkt werden kann, gibt das ddn in seinem neuen Dossier „Betriebliche Altersvorsorge“. Unter anderem erklärt das Dossier, wie Instrumente wie Incentivierung, Obligatorien oder Opting-Out zum Vorteil von Arbeitnehmern wie Unternehmen genutzt werden können  genutzt werden können.

Das Dossier steht zum Download bereit unter www.demographie-netzwerk.de

Schlagworte zum Thema:  Koalitionsvertrag, Umsetzung, Betriebliche Altersversorgung

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