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| Karriereentwicklung

Lieber gebildet als befördert

Weiterbildung oder Beförderung? Die Meisten würden sich einer Studie zufolge für mehr Wissen entscheiden.
Bild: Hemera

Die Weiterentwicklung der eigenen Fähigkeiten ist für die meisten Mitarbeiter wichtiger als eine Beförderung, so das Ergebnis einer Studie. Allerdings zeigt sich auch, dass die Befragten weder mit den im Betrieb gebotenen Weiterbildungsmaßnahmen zufrieden sind noch mit ihren Karrieremöglichkeiten.

Würde man sie vor die Wahl stellen zwischen einer Weiterbildung, die sie persönlich weiterbringt, und dem nächsten Schritt auf der Karriereleiter, würden drei Viertel der Mitarbeiter sich für die Weiterbildung entscheiden. Das ist ein zentrales Ergebnis des aktuellen Kelly Global Workforce Index, für das der Personaldienstleister 230.000 Personen weltweit befragt hat, davon 2.300 in Deutschland. Knapp die Hälfte der Befragten würde sogar für die Weiterbildungsoption auf ein höheres Gehalt verzichten, so ein weiteres Ergebnis.

Allerdings zeigt die Befragung auch, dass die meisten Arbeitnehmer die betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen in ihrem Unternehmen für unzureichend halten. Nur ein knappes Viertel ist mit den von ihrem Arbeitgeber angebotenen Möglichkeiten zufrieden.

Jeder zweite Russe glaubt an ein Karriere-Happy-End

Wenig zufrieden sind die Befragten auch mit den Karrieremöglichkeiten bei ihrem aktuellen Arbeitgeber. Nur ein knappes Drittel aller Mitarbeiter weltweit glaubt, ihre Karriere dort voranbringen zu können. Am schlechtesten schätzen die Franzosen ihre Karriereaussichten ein: Von ihnen glauben nur 18 Prozent an künftige Chancen bei ihrem aktuellen Arbeitgeber. In Russland scheinen die Aussichten dagegen rosiger zu sein. Knapp jeder Zweite hofft dort auf ein Karriere-Happy-End in seinem momentanen Unternehmen.

Wenig zufrieden sind die Befragten auch mit den Karrieregesprächen in ihren Unternehmen. Nur gut jeder Zweite hat im vergangenen Jahr ein solches Gespräch mit seinem Vorgesetzten geführt. Nur 38 Prozent davon fanden den Austausch in punkto Fortbildungsmöglichkeiten und 26 Prozent beim Thema "Karriereentwicklung" hilfreich. Kein Wunder, dass dem Kelly-Index zufolge knapp die Hälfte der Befragten in diesem Jahr noch den Job wechseln möchte.

Fehlt den Arbeitnehmern der Wille zur Karriere?

Die fehlenden Karriereperspektiven, die die Befragten beim Kelly Workforce Index schildern, könnten jedoch auch mit dem mangelnden Willen der Arbeitnehmer zusammenhängen, ihre Karriere selbst voranzutreiben. Einer kürzlich erschienenen Studie des Personaldienstleisters Randstad zufolge arbeitet etwa nur jeder Fünfte aktiv auf den nächsten Karriereschritt hin. Ein knappes Drittel der Befragten gab dem Personaldienstleister gegenüber sogar an, gar kein Interesse am beruflichen Fortkommen zu haben.

Auch in der Randstad-Studie zeigten sich die Befragten jedoch wechselbereit: 55 Prozent von ihnen nannten eine bessere Karrierechance als potenziellen Grund dafür, den Arbeitsplatz zu wechseln. Fast ebenso viele (51 Prozent) gaben an, sie würden einem neuen Arbeitgeber dann den Zuschlag geben, wenn sie einen Job fänden, der besser zu ihrem Bildungshintergrund passt.

Haufe Online Redaktion

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