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| Work-Life-Balance

Nur wenige jüngere Topmanager beklagen mangelnde Freizeit

Die meisten jungen Topmanager arbeiten viel, empfinden dies aber nicht als Belastung.
Bild: Haufe Online Redaktion

Überstunden und Wochenendarbeit rauben jungen Topmanagern Zeit für die Familie. Doch offenbar stören sich diese gar nicht so sehr an der mangelnden Work-Life-Balance: Weniger als ein Drittel beklagen sich in einer Studie darüber. Verbreiteter ist die Sorge, dass der Partner damit unzufrieden ist.

Geordnete Familienverhältnisse sind wichtig für die Karriere: Dieser Aussage stimmt ein Großteil der jungen Vorstände in deutschen Unternehmen zu. Die meisten von ihnen leben auch nach diesem Credo: 83 Prozent sind verheiratet und elf Prozent leben in einer Partnerschaft. Das sind einige Ergebnisse einer Reihe persönlicher Interviews, die der Managementberater Kienbaum zusammen mit dem Handelsunternehmen Haniel mit 76 Vorständen geführt hat, die vor ihrem 45. Lebensjahr die erste Führungsebene erreicht haben.

Ein Drittel macht keine Angaben zur Wochenendarbeit

Dass den Topführungskräften jedoch nicht viel Zeit für ein geregeltes Familienleben bleibt, lassen die Ergebnisse zu deren Arbeitsbelastung erahnen: Die "Young CXOs" arbeiten nämlich durchschnittlich 60 Stunden pro Woche und reisen darüber hinaus viel. Wochenendarbeit ist offenbar ebenfalls weit verbreitet; 38 Prozent nutzen demnach alle Samstage und Sonntage nur für Privates. 22 Prozent der Befragten geben an, höchstens ein Wochenende im Monat zu arbeiten, während sechs Prozent an bis zu zwei Wochenenden pro Monat beruflich tätig sind. In der Realität könnten es mehr sein - denn 34 Prozent der Manager machen zu dieser Frage keine Angabe.

Work-Life-Balance: Angst vor unzufriedenen Partnern

Offenbar empfinden die meisten jungen CXOs die fehlende Freizeit allerdings nicht als belastend, denn nur 30 Prozent der Befragten beklagen sich bei der Befragung über ihre Work-Life-Balance. Aufschlussreich ist, dass mehr Topmanager (40 Prozent) befürchten, dass ihr Partner mit der Situation nicht zufrieden sei.

Arbeitgeber- und Branchenwechsel an der Tagesordnung

Neben deren Einstellung zu Arbeit und Work-Life-Balance haben die Autoren auch die Karrierewege der befragten Topführungskräfte analysiert. Dabei kristallisiert sich ein Trend weg von der sogenannten "Kaminkarriere" heraus: Nur noch 21 Prozent der Befragten haben ihre Karriere bisher nur in einem einzigen Unternehmen gemacht. Die große Mehrheit von 79 Prozent hat schon einmal den Arbeitgeber gewechselt, fast ebenso viele (76 Prozent) sogar schon die Branche.

Dies könnte sich in der Führungskultur niederschlagen: "Junge Topmanager starten in ihrer Position heute mit einem weitaus breiter gefassten Erfah­rungsprofil als früher", kommentiert Stefan Fischhuber, Geschäftsführer bei Kienbaum Executive Consultants, die Ergebnisse. "Daraus resultiert ein verändertes Entscheidungsverhalten, aber auch eine neue Führungskultur." Diese Entwicklung hin zu einer offeneren Führungskultur entspräche auch den Wünschen der Generation Y: Eine Kienbaum-Befragung unter Absolventen hatte unter anderem ergeben, dass die kommende Generation sich ein Management- und Führungsvorbild wünsche, das Glaubwürdigkeit aus­strahlt, Durchsetzungsvermögen beweist und Integrität verkörpert.

Haufe Online Redaktion

Work-Life-Balance, Topmanager, Überstunden, Arbeitszufriedenheit

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