25.02.2014 | Arbeitsmarkt

Jüngere Arbeitnehmer wechseln oft den Job – aber nicht freiwillig

Häufige Jobwechsel sind für jüngere Arbeitnehmer offensichtlich nicht immer freiwillig.
Bild: www.f1online.de

Jüngere Arbeitnehmer gelten als Jobhopper, die freiwillig und oft ihren Arbeitsplatz wechseln. Eine neue IAB-Studie bestätigt nun, dass die Beschäftigungsverhältnisse von Arbeitnehmern unter 30 Jahren kürzer werden. Freiwillige Wechsel scheinen dies jedoch nicht zu sein.

Während die Beschäftigungsverhältnisse der bis 30-Jährigen bei den Geburtsjahrgängen 1960/61 durchschnittlich 834 Tage dauerten, waren es bei den Jahrgängen 1978/79 652 Tage. Das entspricht einem Rückgang um 22 Prozent. Das belegt die Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Sie vergleicht die Entwicklung der Dauer von Beschäftigungsverhältnissen von Mitte der 70er Jahre bis zum Jahr 2009 erfasst.

Die Beschäftigungsdauer insgesamt bleibt konstant

Betrachtet man die Beschäftigten aller Altersstufen insgesamt, ist die durchschnittliche Beschäftigungsdauer mit rund zehn Jahren seit zwei Jahrzehnten relativ konstant geblieben, tendenziell sogar eher gewachsen. „Unsere Ergebnisse sind daher ein Hinweis darauf, dass eine Verlagerung oder Umverteilung von Beschäftigungsrisiken hin zu jüngeren Beschäftigten stattgefunden hat“, schreiben die IAB-Arbeitsmarktforscher Thomas Rhein und Heiko Stüber.

Jobwechsel geschehen wohl nicht freiwillig zu sein

Die Forscher haben auch die These geprüft, ob die Beschäftigungsdauern im Betrieb heute aufgrund häufigerer freiwilliger Arbeitgeberwechsel kürzer ausfallen als früher. Sie fanden dafür aber keinen Beleg. Zurückgegangen seien schließlich nicht nur die betrieblichen Beschäftigungsdauern, sondern auch die durchgängigen Beschäftigungsdauern, also die unterbrechungsfreien Gesamtbeschäftigungsdauern einschließlich der Betriebswechsel. Während die durchgängigen Beschäftigungsdauern bei den Geburtsjahrgängen Anfang der 60er Jahre noch 1.257 Tage betrugen, sank der Wert bei den Geburtsjahrgängen Ende der 70er Jahre auf 1.123 Tage.

Jüngere ohne Ausbildung müssen häufiger den Job wechseln

Die Jüngeren ohne Ausbildung weisen mit Abstand die niedrigsten Beschäftigungsdauern auf. Zudem haben sich ihre Beschäftigungsdauern mit einem Rückgang von 573 Tagen auf 301 Tage deutlich stärker als bei den Höherqualifizierten verkürzt. „Das gilt genauso für durchgängige Beschäftigungsdauern, wenn also Betriebswechsel in die Analyse eingeschlossen werden“, erklären Rhein und Stüber. So waren 1960 oder 1961 Geborene bis zum Alter von 30 Jahren 710 Tage durchgängig beschäftigt, wenn sie keine Ausbildung hatten. Die Jahrgänge 1978/79 waren ohne Ausbildung nur noch 408 Tage durchgängig beschäftigt. Hochschulabsolventen der gleichen Geburtsjahrgänge waren 1.620 beziehungsweise 1.556 Tage durchgängig beschäftigt und weisen damit die längsten durchgängigen Beschäftigungsdauern auf.

Über die Studie zur Dauer der Beschäftigungsverhältnisse

Für die IAB-Studie wurden die Beschäftigungsverhältnisse westdeutscher sozialversicherungspflichtig beschäftigter Personen der Geburtskohorten 1960 bis 1979 betrachtet. Die Analyse beschränkt sich aus Gründen der Vergleichbarkeit auf Westdeutschland. Beschäftigungsverhältnisse von Auszubildenden, Praktikanten, Werkstudenten oder Minijobbern sind nicht berücksichtigt. 

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