04.02.2013 | Serie Herausforderungen für Führungskräfte im neuen Amt

Jeroen Dijsselbloem: Den Führungsanspruch durchsetzen

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Die Herausforderung für Jeroen Dijsselbloem: Kompetenz zeigen, um Respekt bei seinen Kritikern zu gewinnen.
Bild: www.government.nl

Der Niederländer Jeroen Dijsselbloem wusste schon vor seiner Ernennung zum Präsidenten der Eurogruppe, dass ihn nicht alle Mitgliedsländer unterstützen. Was kann ein Chef tun wenn er weiß, dass nicht alle Mitarbeiter mit der Wahl der neuen Führungsspitze zufrieden sind? Das klärt Coach Bernd Wildenmann.

Für einen neuen Chef wie Dijsselbloem ist es wichtig, den Mitarbeitern gegenüber die eigenen Absichten für den Job von vornherein zu verdeutlichen und sich damit keine Zeit zu lassen, so Dr. Bernd Wildenmann, Coach und Inhaber von Wildenmann Consulting GmbH & Co. KG. Denn: "Eine Vorstellung vom neuen Vorgesetzten entsteht bei den Mitarbeitern sehr schnell." Seine Handlungen würden zudem eher kritisch interpretiert. "Deshalb ist es gut, wenn er proaktiv immer wieder seine tatsächliche Haltung und Intention aufzeigt", erklärt Wildenmann.

Fünf Quellen der Führungsmacht

Ob die Mitarbeiter die neue Macht anerkennen, sei vor allem abhängig von dem Maß an Kompetenz, das dem neuen Chef zuerkannt werde. "Obwohl man sich in verschiedenen Bereichen nicht optimal auskennt, kann einem eine hohe Autorität zugeschrieben werden", weiß Wildenmann.

Der Coach verweist auf die fünf Arten, auf die sich eine Führungskraft Macht verschaffen kann. Diese Formen von Macht wurden definiert von den amerikanischen Wissenschaftlern John R. P. French und Bertram Raven: Die belohnende Macht, die Macht durch Bestrafung, die legitime Macht, die Macht durch Vorbildcharakter und die Expertenmacht, die abhängig sei von dem Wissensumfang, den die Mitarbeiter ihrem Chef zuschrieben.

Der Neue müsse nicht alles können, aber auf irgendeinem Gebiet sollte er firm sein, vielleicht gerade dort, wo alle anderen Defizite haben. Die Fähigkeit, eine Stufe höher abstrahieren zu können als die Mitarbeiter, könne helfen, fehlende Kenntnisse zu ersetzen.

Kompetenz vor politischem Geschick

Der Expertenmacht kommt laut Wildenmann besondere Bedeutung zu. Denn tatsächlich sei politisches Geschick allein kein Garant für Erfolg. Der eigentliche Erfolgsfaktor und die Basis für Autorität und Respekt sei Kompetenz. Nur fachliche Expertise ermögliche zudem die im politischen Umfeld notwendigen strategischen Winkelzüge.

Schlagworte zum Thema:  Führung, Kompetenz, Personalentwicklung

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