19.09.2011 | HR-Management

Jeder fünfte Berufstätige fühlt sich fehl am Platz

Viele Berufstätige fühlen sich in ihrem Beruf nicht richtig eingesetzt. In einer Umfrage der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW) geben jeweils elf Prozent der 1.005 Befragten an, dass sie über- oder unterfordert seien.

"Unternehmen müssen die Fähigkeiten ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besser nutzen", sagt Professor Ada Pellert, Präsidentin der DUW. Wenn Anforderungen und Kompetenzen nicht zusammenpassen, entsteht für Unternehmen eine Existenz bedrohende Gefahr. Davor warnen die Personalexpertinnen und -experten, die die DUW auf Basis der Studie "Talentpolitik auf dem Prüfstand" befragte.

 

Zu hohes Arbeitspensum, anspruchslose Aufgaben

Mehr als die Hälfte der Unterforderten (53 Prozent) gibt in der von Forsa durchgeführten Umfrage an, zu wenig anspruchsvolle Aufgaben zu bekommen. Über mangelnde Verantwortung klagen 48 Prozent dieser Gruppe, 37 Prozent empfinden ihren Beruf als zu wenig abwechslungsreich. "Langeweile im Job führt dazu, dass sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer weniger zutrauen und schließlich tatsächlich Kompetenzen verlieren. Dies wird schnell zur Abwärtsspirale", warnt Pellert.

Die Überforderten wiederum leiden vor allem unter ihrem hohen Arbeitspensum (73 Prozent). Jeder dritte dieser Gruppe meint, zu viel Verantwortung zu tragen (35 Prozent) oder sehnt sich nach mehr Routine (30 Prozent).

 

Per Weiterbildung aus der Unzufriedenheit

Jeder dritte Unzufriedene hat sich mit seiner Situation abgefunden. Fast die Hälfte will jedoch an sich selbst (22 Prozent) oder an der Situation im Job (22 Prozent) etwas ändern – etwa durch Weiterbildung oder ein Gespräch mit den Vorgesetzten. "Weiterbildung kann Überforderten helfen, sich selbst besser zu strukturieren und in ungewohnten Situationen handlungsfähig zu bleiben", erklärt Pellert. "Unterforderte sollten sich aktiv um neue Herausforderungen bemühen." 18 Prozent der Unzufriedenen geben an, dass sie sich einen anderen Arbeitgeber suchen wollen.

 

Unternehmen setzen auf Kompetenzprofile

In so genannten "Kompetenzprofilen" legen immer mehr große Unternehmen detailliert fest, welche Fähigkeiten für bestimmte Aufgaben gefordert sind. Führungskräfte können durch Gesprächsleitfäden herausfinden, ob beispielsweise die Produktmanagerin ihre Durchsetzungsfähigkeit trainieren müsste oder der neue Servicemitarbeiter die nötige Kundenorientierung mitbringt. Neben den fachlichen Kompetenzen schätzen die befragten Personalexpertinnen und -experten insbesondere Selbstorganisation, aber auch Kooperation und interkulturelle Kommunikation als wichtige Zukunftskompetenzen ein.

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