Das Besetzen von IT-Positionen fällt den Unternehmen schwer, obwohl ein Großteil der Firmen Active Sourcing nutzt. Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Nicht einmal sechs Prozent der Unternehmen finden genügend IT-Experten für ihre offenen Positionen, ergab "Der Stack Overflow IT-Recruiter Report 2017". Aber nicht nur der Mangel an Kandidaten stellt die Arbeitgeber vor Herausforderungen. Viele können die geforderten Gehälter nicht bieten. 

Knapp 41 Prozent der IT-Arbeitgeber geben an, dass sie auf dem aktuellen Arbeitsmarkt nicht genügend Entwickler für offene Positionen finden können. "Es könnten mehr sein", sagen weitere gut 53 Prozent. Rund 200 Personaler und Recruiter, schwerpunktmäßig aus der IT und der Telekommunikation, haben sich im Juni und Juli 2017 an der Umfrage "Der Stack Overflow IT-Recruiter Report" beteiligt.

IT-Recruiting: Webentwickler fehlen an allen Enden

Diese Unternehmen suchen derzeit am häufigsten "Full-Stack-Webentwickler Java" (47 Prozent). Auf den Rängen zwei bis fünf folgen "Webentwickler Backend" (44 Prozent), „Webentwickler Frontend“ (37 Prozent), "Webentwickler Full-Stack" (32 Prozent) und "Backend Webcloud" (25 Prozent). Mobilentwickler für IOS beziehungsweise für Android folgen erst auf den Plätzen acht und neun (17 und 16 Prozent). Experten für die Zukunftsthemen maschinelles Lernen und Data Science finden sich auf den Wunschlisten der Personaler erst auf Position zwölf (zwölf Prozent). 

Die Herausforderungen für Recruiter

Als größte Herausforderungen sehen die Recruiter und HR-Profis nach dem zu geringen Angebot an Kandidaten die fehlende Bekanntheit bei Entwicklern an. 48 Prozent der Befragten sagen, dass sie ihr Employer Branding stärken müssen. Weitere 47 Prozent wollen die Herausforderung angehen, ihr Unternehmen verstärkt als attraktiven IT-Arbeitgeber zu etablieren. Zu hohe Gehälter, die ihr Unternehmen nicht anbieten können, beklagt ein nahezu ebenso hoher Teil der Befragten. Auf Rang fünf der Herausforderungen folgen Qualitätsmängel bei den Kandidaten.

Active Sourcing: Mehr kleine Unternehmen suchen proaktiv

Active Sourcing stellt bei der Suche nach IT-Experten einen wichtigen Recruiting-Weg dar: Für 39 Prozent der Befragten macht die proaktive Suche mehr als die Hälfte der Recruiting-Maßnahmen aus. Dabei setzen kleinere Unternehmen (48 Prozent setzen zu über 50 Prozent auf Active Sourcing) auf die proaktive Personalsuche als Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern (28 Prozent).

Über die Hälfte der Befragten hat ein Recruiting-Team mit zwei bis vier Mitgliedern. 52 Prozent der Teams verfügen dabei über Personal, das sich ausschließlich mit der Rekrutierung von Entwicklern befasst.

Über ein Drittel sucht nur in Deutschland

Egal ob es um Active Sourcing oder das Schalten von Stellenanzeigen geht – die meisten Unternehmen (35 Prozent) beschränken sich beim Recruiting von Entwicklern auf Deutschland. 26 Prozent suchen im deutschsprachigen Raum und nur 14 Prozent gehen EU-weit auf die Suche. Ein weltweites IT-Recruiting betreiben lediglich 14 Prozent der befragten Unternehmen.

HR-Controlling: Den Recruiting-Erfolg messen

So schwierig das IT-Recruiting auch ist – nur wenige Unternehmen erheben Recruiting-Kennzahlen. Wie erfolgreich ihre Recruiting-Maßnahmen sind, messen laut Umfrage lediglich knapp 14 Prozent der befragten Firmen. 46 Prozent sagen, dass sie immerhin zum Teil ein HR-Controlling durchführen. Die bisher am häufigsten genutzten Kennzahlen sind laut Umfrage die Anzahl an realen Bewerbungen, die „time to hire“ (die Zeit vom Entstehen einer Vakanz bis zur Stellenbesetzung) sowie die Anzahl der Klicks.

Welche Kennzahlen eine hohe Aussagekraft für den Recruiting-Erfolg haben und wie Unternehmen den Aufwand für das Recruiting-Controlling überschaubar halten können, lesen Sie demnächst in der Oktoberausgabe des Personalmagazins.

Schlagworte zum Thema:  Recruiting, Active Sourcing

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