09.02.2017 | Zukunftsstudie BGM

„Wir wollen wissen, was im BGM relevant wird“

Dr. Fabian Krapf, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG), will erforschen, wo Unternehmen zukünftig BGM-Schwerpunkte setzen müssen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Aktuell läuft die Online-Umfrage zur großen Zukunftsstudie „#whatsnext – Gesund arbeiten in der digitalen Arbeitswelt“. Fabian Krapf, Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG), begleitet die Studie wissenschaftlich und erklärt die Hintergründe.  

Haufe Online Redaktion: Was ist die Zielsetzung der Zukunftsstudie "#whatsnext -Gesund arbeiten in der digitalen Arbeitswelt"?
Fabian Krapf: Unsere Studie zielt darauf ab, jene Handlungsfelder und Themen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) zu identifizieren, die in den kommenden Jahren besonders relevant werden. Wir haben da schon einige Vermutungen, nun möchten wir jedoch auch fundierte Erkenntnisse hierzu haben. Das gewonnene Wissen soll den Unternehmen und Behörden dabei helfen, den Veränderungen in der Arbeitswelt proaktiv zu begegnen zu können – und sich ihnen nicht reaktiv anpassen zu müssen.

Haufe Online Redaktion: Erwarten Sie, dass Unternehmen in Zukunft ihr BGM grundsätzlich ändern müssen?
Krapf: Grundsätzliche Änderungen sind vermutlich nicht notwendig, aber an einigen Stellen wird es Anpassungsbedarf geben. Denn in der Arbeitswelt vollzieht sich ein kontinuierlicher Wandel, bei dem sich gesamtgesellschaftliche Veränderungen wie etwa der demografische Wandel mit Entwicklungen wie der Digitalisierung überlagern. Daraus resultieren neue Anforderungen bei der Ansprache von Zielgruppen, aber auch veränderte Arbeitsbedingungen. Auf die HR- und BGM-Verantwortlichen warten in jedem Fall spannende Herausforderungen.

Haufe Online Redaktion: Es gibt doch schon sehr gute Gesundheitsberichte verschiedener Krankenkassen, die sich auch mit dem BGM beschäftigen. Kann die Studie hier wirklich noch mal Neues bringen?
Krapf: Sie haben Recht, es wurde schon viel gute Vorarbeit geleistet, auf der wir aufbauen können. Dennoch wird unsere Studie Neues bringen. Denn einer der großen Unterschiede zu herkömmlichen Studien ist die Art und Weise, wie wir fragen und welche Aussagen wir dadurch treffen können. Zu jedem Fragenkomplex – beispielsweise Führungskultur – möchten wir wissen, wie die Befragten die aktuelle Situation im eigenen Unternehmen einschätzen und wie sich diese in den nächsten fünf Jahren entwickeln wird. Das lässt später vielfältige Aussagen zu.

Haufe Online Redaktion: Das heißt, beim Studiendesign mussten Sie vorab schon bestimmte Vermutungen anstellen, welche Schwerpunkte zukünftig für Unternehmen wichtig sein werden und was die Gesundheit beeinflussen könnte.
Krapf: Genau, das ist die eigentliche Herausforderung bei solchen Zukunftsstudien, bei der sich aber auch die Qualität einer Umfrage zeigt. Dementsprechend waren relativ aufwendige Vorarbeiten nötig. Wir haben Fachliteratur begutachtet, eine systematische Internetrecherche durchgeführt und Interviews mit HR- und BGM-Experten aus ganz Deutschland geführt. Bevor die Befragung schließlich online ging, haben wir den Fragebogen nochmals im Feld getestet und ihn sozusagen abgerundet. Ich bin mir sicher, dass wir durch dieses Vorgehen einen Großteil der Zukunftsthemen auch tatsächlich erfassen können.

Bild: Macrovector/shutterstock
Die Online-Umfrage zur Studie „#whatsnext - Gesund arbeiten in der digitalen Arbeitswelt“ läuft noch bis 28. Februar. Nehmen auch Sie teil und sichern Sie sich die Studienergebnisse und ein individuelles Feedback zu Stand und Herausforderungen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements in Ihrem Unternehmen.

Mehr Infos zur Studie erhalten Sie hier.  

Direkt zur Umfrage kommen Sie hier.

Haufe Online Redaktion: Und welches sind die großen Themen eines  auf die Zukunft gerichteten BGM? 
Krapf: Hierauf gibt es leider keine einfache Antwort. Die BGM-Handlungsfelder für ein Dienstleistungsunternehmen mit 50 Beschäftigten sind natürlich andere als jene für ein großes Pharmaunternehmen. Wir denken jedoch, dass sich verschiedene übergreifende Tendenzen erkennen lassen: So wird BGM künftig wohl zielgruppenspezifischer, persönlicher und unter stärkerer Berücksichtigung kultureller Unterschiede gestaltet werden müssen. Darüber hinaus wird es wichtiger werden, auch den digitalen Fortschritt im Gesundheitsmarkt sinnvoll zu nutzen – unter Beachtung des Datenschutzes. Eine weitere Tendenz sehen wir bei der Erfolgsmessung. Bedarfsanalysen, Kennzahlen und Maßnahmenevaluationen werden weiter an Bedeutung gewinnen. Zudem sehen wir schon jetzt, dass BGM immer stärker aufsuchenden Charakter bekommt.

Haufe Online Redaktion: Was bedeutet das?
Krapf: Bei der aufsuchenden Gesundheitsförderung finden die Gesundheitsangebote direkt am Arbeitsplatz und während  der  Arbeitszeit statt. Solche Maßnahmen, die zunehmend auch von speziell geschulten Beschäftigten eines Unternehmens geleitet werden, machen BGM sicherlich künftig sichtbarer.

Haufe Online Redaktion: Sie versprechen den Umfrageteilnehmern neben dem Ergebnisbericht auch ein individuelles Feedback zum eigenen BGM – was kann man da erwarten?
Krapf: Im exklusiven Ergebnisbericht werden zunächst einmal die wesentlichen Erkenntnisse der Studie zusammengefasst und leserfreundlich aufbereitet. In das persönliche Feedback fließen dann auch speziell jene Angaben ein, die die Befragten zur Situation bei sich im Unternehmen getätigt haben. So können wir individuell Auskunft darüber geben, ob beispielsweise die finanziellen oder personellen Ressourcen für BGM adäquat sind für ein Unternehmen in der entsprechenden Größe. Ebenfalls werden wir individuell rückmelden, welche Gesundheitsmaßnahmen in der Branche des betroffenen Unternehmens besonders verbreitet sind und welche künftig an Bedeutung gewinnen werden. Dies wird den Unternehmen auch bei der internen Überzeugungsarbeit helfen. Neben dem Ergebnisbericht mit individuellem Feedback belohnen wir die Teilnahme an der Studie aber auch auf anderem Weg: Alle Befragten erhalten direkt im Anschluss ein kostenloses E-Book zum Thema Gesundheit sowie die Möglichkeit, Gesundheitsseminare und Rabattgutscheine für Analysen zu gewinnen.

Dr. Fabian Krapf ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (www.ifbg.eu) und leitet die Studie #whatsnext - Gesund arbeiten in der digitalen Welt.   

Das Interview führte Katharina Schmitt, Redaktion Personalmagazin

Zur Umfrage "#whatsnext -Gesund arbeiten in der digitalen Arbeitswelt" kommen Sie hier.

Schlagworte zum Thema:  Betriebliches Gesundheitsmanagement

Aktuell
Meistgelesen