25.09.2013 | China

Wie westliche Führungskräfte das Schweigen durchbrechen können

Die persönliche Kommunikation im Job zwischen Chinesen und West-Expats ist nicht immer leicht.
Bild: CBRE

Manager aus dem Westen, die nach China entsandt werden, finden relativ häufig keinen rechten Zugang zu dortigen Mitarbeitern - sie ernten Schweigen anstelle offener Kommunikation. Das Wissenschaftsmagazin "Personal Quarterly" zeigt, was dahinter steckt und wie sich das Problem angehen lässt.

Das deutsche Mutterunternehmen hat einen neuen Mann nach China geschickt, der die dortige Tochtergesellschaft weiterführen soll. Er bringt sein Fachwissen und seine Berufserfahrung mit, doch um seine Aufgabe mit Erfolg zu meistern, benötigt er darüber hinaus dringend Zugang zum Know-how und Erfahrungsschatz vor Ort und muss außerdem die Befindlichkeit seiner Mitarbeiter und die kulturellen Gepflogenheiten kennenlernen und verstehen. Hierbei ist er auf eine offene Kommunikation mit den chinesischen Angestellten der Tochtergesellschaft angewiesen - doch die will sich partout nicht einstellen. Die chinesischen Mitarbeiter geben kaum etwas preis. Sie schweigen.

Die Guanxi-Methode: Spiel über Bande

Diese und vergleichbare Situationen kommen verhältnismäßig oft vor. Die Forschung hat in diesem Zusammenhang den Begriff des Voice-Verhaltens eingeführt. Annette Metz und Professor Marjaana Gunkel von der Leuphana-Universität in Lüneburg haben das Voice-Verhalten chinesischer Mitarbeiter gegenüber westlichen Führungskräften mittels systematischer Interviews, Beobachtungen und Datenanalysen näher untersucht. Dabei haben sich zwei wesentliche Erkenntnisse herauskristallisiert:

  • Je stärker sich ein chinesischer Mitarbeiter persönlich mit einer westlichen Führungskraft identifiziert, desto offener wird er in seiner Kommunikation. Allerdings gibt es in der Praxis auch hier Grenzen.
  • Je "chinaspezifischer" die jeweilige Situation ist, desto eher werden solche Grenzen erreicht.

Dann ist die Guanxi-Methode der Kommunikationsweg der Wahl. Dabei wird eine dritte Person aus dem gemeinsamen Beziehungsnetzwerk (Guanxi) als Vermittler im Kommunikationsprozess genutzt.

Insgesamt, so stellen die Wissenschaftlerinnen fest, sollte die Führungskraft aus dem Westen optimalerweise spürbaren Respekt und eine grundlegende Offenheit gegenüber chinesischen Gepflogenheiten mitbringen. Ein "Mitschwimmen" in der Gastkultur könne die Kommunikation spürbar verbessern.

Weitere Informationen zum Wissenschaftsjournal "PERSONALquarterly" und den vollständigen Artikel finden Sie hier.

Schlagworte zum Thema:  China, Gespräch, Expatriates, Kommunikation

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