01.03.2012 | HR-Management

Ingenieure: Weniger Weiterbildung als nötig

Technische Fach- und Führungskräfte erhalten nicht genügend Weiterbildung. Auch an Angeboten mangelt es. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage des VDI Wissensforums hervor.

Knapp ein Drittel (31,6 Prozent) der Geschäftsführer und Personalverantwortlichen von Ingenieursunternehmen sind der Meinung, dass es an Weiterbildung fehlt. 22 Prozent geben sogar an, dass es in ihrem eigenen Unternehmen nicht ausreichend Weiterbildungsangebote gibt. Zu diesem Ergebnis kommt die Umfrage "VDI-educating II", für die das VDI Wissensforum 500 Geschäftsführer und Personaler in sieben Ingenieursbranchen (Automobil, Maschinen- und Anlagenbau, Kunststoffindustrie, Prozessindustrie, Energie, Landtechnik und Bautechnik) befragt hat.  

Zwar sind fast alle Befragten überzeugt, dass die Qualifikation der Mitarbeiter für ihr Unternehmen ein wichtiger Wettbewerbsvorteil ist (98,2 Prozent) und Weiterbildung maßgeblich zum Unternehmenserfolg beiträgt (94,6 Prozent). Allerdings geben nur drei von vier (77,4 Prozent) an, ihren Mitarbeitern ausreichend Weiterbildung zu bieten.

 

Vorgängerstudie belegte bereits den Mangel an Weiterbildung

2010 hatte das VDI Wissensforum bereits technische Fach- und Führungskräfte nach ihrer Weiterbildungssituation befragt. Mehr als die Hälfte (55,3 Prozent) von ihnen hatte die Fortbildungsmöglichkeiten für nicht ausreichend gehalten. Befragt nach den möglichen Gründen für diese Aussage, geben nun knapp ein Drittel (31,6 Prozent) der Geschäftsführer und Personaler zu, dass diese Einschätzung verständlich ist, da tatsächlich weniger Weiterbildung angeboten wird als nötig ist.

Zwei Drittel (67 Prozent) sind dagegen der Meinung, das Weiterbildungsangebot werde von den Mitarbeitern geringer wahrgenommen als es tatsächlich ist. 41,8 Prozent sagen, dass andere Unternehmen offenbar weniger in Weiterbildung investieren als sie selbst.

 

Fachkompetenz bleibt am wichtigsten

Einig sind sich die Geschäftsführer und Personalverantwortlichen allerdings darüber, welche Art von Schulung am wichtigsten ist: 86 Prozent der Befragten sehen die Fachkompetenz als wichtigste Kompetenz an. Danach folgen mit Abstand Unternehmerische Kompetenz (35,2 Prozent), Soziale Kompetenz und Personale Kompetenz (jeweils 30,6 Prozent). "Die Bewertung zeigt, dass Fachkompetenz die wichtigste Voraussetzung ist und bleibt, um mit den aktuellen technischen Entwicklungen mitzuhalten", kommentiert Timo Taubitz, Geschäftsführer des VDI Wissensforums, das Ergebnis.

 

Weiterbildung zur Mitarbeiterbindung

Mit Blick auf die Zukunft bewerten die Befragten Weiterbildung als wichtigsten Faktor, um qualifizierte Mitarbeiter zu halten: 94,2 Prozent geben an, dass dies das Mittel der Wahl sei. 83 Prozent nutzen zudem flexible Arbeitszeitmodelle, um Mitarbeiter an sich zu binden, 81 Prozent Prämien. 67,4 Prozent legen Wert auf die Unterstützung zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, 67 Prozent gewähren Zuschüsse zur Mitarbeiterversorgung.

 

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