08.02.2016 | Infografik

Social Media in HR: Wachstum stagniert

Bild: ADP Social Media Index (ASMI)

Unternehmen wollen im ersten Halbjahr 2016 weniger in Social Media investieren. Das geht aus dem aktuellen Social Media Index des HR-Dienstleisters ADP hervor. Vor allem die Personalabteilungen kleiner und mittelständischer Unternehmen nutzen soziale Medien noch zu selten. 

Der ADP Social Media Index (ASMI) kletterte zwar weiter nach oben, jedoch weniger stark als in der Vergangenheit. Laut ADP ist der Social Media Index seit der letzten Erhebung im Juli 2015 um 4 Punkte gestiegen. Somit legte er seit seiner erstmaligen Veröffentlichung im Juni 2012 insgesamt 47 Punkte zu. Der ASMI-Prognose-Index hingegen weist in den kommenden sechs Monaten eine Abschwächung von 11 Indexpunkten aus.

Große Unternehmen intensivieren Social-Media-Nutzung, KMU hinken hinterher

Wie sehr Personaler für ihre tägliche Arbeit auf soziale Medien setzen, hing auch im zweiten Halbjahr 2015 mit der Größe der Unternehmen zusammen. Während vor allem große Unternehmen ihre Social-Media-Nutzung weiter intensivieren, stagniert die Wachstumskurve bei kleinen und mittelständischen Unternehmen deutlich. „Selbst der gehobene Mittelstand nutzt die sozialen Medien immer noch zu wenig. Auch in einzelnen Branchen stagniert die Social-Media-Nutzung: Sowohl in der Dienstleistungsbranche als auch in der produzierenden Industrie oder bei öffentlich-rechtlichen Institutionen war im Gegensatz zu der vorangegangenen Studie kein Anstieg der Social-Media-Aktivität zu verbuchen.

Social-Media-Aktivität der Deutschen steigt, Unternehmen sollten sich dieser Entwicklung nicht verschließen

Dabei sind Unternehmen, die ihre Personalarbeit mit sozialen Medien gestalten, damit in der Regel sehr zufrieden. Unternehmen, die von Xing, Facebook und Co. nichts wissen wollen, laufen Gefahr, in der Gunst der Bewerber abzurutschen“, warnt Prof. Dr. Walter Gora, der den ASMI im Auftrag von ADP halbjährlich erstellt.

In Deutschland nutzen nämlich acht von zehn Menschen mit Internet-Zugang Social Media. Damit sind die sozialen Medien wie Youtube, Facebook, Twitter, Blogs und Foren in Deutschland weiter verbreitet als jemals zuvor. Das zeigt der online-repräsentative „Social Media-Atlas 2015/2016“ der Hamburger Kommunikationsberatung Faktenkontor und des Marktforschers Toluna. Umgekehrt ist der Anteil der Social-Media-Verweigerer auf einen Tiefststand gefallen: Nur noch 16 Prozent der Internetnutzer wollen auch zukünftig keine Social Media-Angebote nutzen. Die meisten dieser Verweigerer ziehen schlicht persönliche Kontakte vor oder haben einfach allgemein ein Desinteresse an dem Thema. Erst an dritter Stelle folgen Datenschutzbedenken: 42 Prozent der Social-Media-Verweigerer geben als Grund für ihre Abneigung Angst um ihre Daten an.

Bedenken beim Datenschutz meist nur vorgeschoben

Anders sieht es bei Unternehmen aus, hier werden Datenschutzbedenken häufig als Grund für Social-Media-Abstinenz genannt. „Gerade Vertreter öffentlicher Institutionen verweisen in Bezug auf die sozialen Medien gerne auf ihre Probleme mit den Datenschützern. Typischerweise wird angeführt, dass man zwar gerne aktiv werden wolle, aber nicht könne. Die professionellen Beispiele der Deutschen Flugsicherung sowie von Dataport beweisen aber exakt das Gegenteil. Das Thema Datenschutz ist meist nur vorgeschoben“, kritisiert Prof. Dr. Gora. Demgegenüber twittern und posten Personaler in der IT- und Telekommunikationsbranche, der Finanz- und Versicherungsbranche sowie im Groß- und Einzelhandel eifriger und legten im ASMI weiter zu.

Personaler weitgehend planlos im Social Web

Wie der ASMI weiter ergeben hat, irren viele HR-Experten weitestgehend planlos durch den sozialen Orbit. Der Anteil der Unternehmen mit einer Social-Media-Strategie hat sich zwar leicht von 37 auf 39 Prozent erhöht. Dennoch gab jedes vierte Unternehmen an, bei der HR-Arbeit ohne bewusste Taktik vorzugehen. Unter den Bewertungsplattformen für Arbeitgeber führt Kununu laut ADP weiterhin das Feld an. 89 Prozent der befragten Unternehmen sind mit mindestens zwei Bewertungen auf dem Portal vertreten. Kleinere Anbieter wie BizzWatch oder MeinChef konnten ihren Marktanteil gegenüber dem letzten ASMI zwar halten, aber nicht weiter ausbauen.

Nur Information statt Diskussion

Noch immer sehen Personaler die sozialen Medien mehrheitlich als reines Informationsmittel. Als Werkzeug für Dialog und Diskussion spielen sie in den meisten Unternehmen eine untergeordnete Rolle. Lediglich einzelne Großunternehmen haben das Potenzial der sozialen Medien für die Kommunikation mit Bewerbern und Mitarbeitern erkannt und nutzen sie in diesem Bereich ihrer Personalarbeit mit Erfolg.

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Schlagworte zum Thema:  Social Media, Digitalisierung

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