0

| Infografik

99 Milliarden Euro Sparpotenzial

Rund sieben Prozent ihrer Arbeitszeit verbringen Mitarbeiter mit überflüssigen Verwaltungstätigkeiten.
Bild: Kronos Workforce Institute

3,3 Wochenstunden verbringen Arbeitnehmer im Schnitt mit Tätigkeiten, die nicht zu ihren Kernaufgaben gehören, so eine aktuelle Studie. Auf ein Jahreseinkommen umgerechnet kommt man damit auf ein Einsparpotenzial von 99 Milliarden Euro.

Heute schon über lästigen Papierkram geschimpft? Zurecht, wenn man dem Ergebnis einer Studie des Workforce-Management-Anbieters Kronos Glauben schenkt. Demnach verbringen deutsche Arbeitnehmer nämlich im Schnitt 3,3 Wochenstunden mit Tätigkeiten, die nicht zu ihren Kernaufgaben gehören, 2,8 Stunden davon mit Verwaltung. Das sind immerhin sieben Prozent einer 40-Stunden-Woche. Geht man von einem durchschnittlichen deutschen Jahreseinkommen von 32.643 Euro (gemäß Statista 2015) aus, ließen sich mit einer Stunde „Papierkram“ pro Mitarbeiter pro Woche weniger 816 Euro bzw. 35,3 Milliarden Euro insgesamt sparen.

Zunehmende Komplexität und schlechte IT-Ausstattung

Für die Studie hat Kronos in Deutschland 300 Angestellte, HR-Professionals sowie Line-of-Business/Operations-Manager im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt. Die Teilnehmer beklagten immer komplexere Arbeitsabläufe, technische Widrigkeiten und schlechte Kommunikation. Und die Führungsebene sei am Ende nur an Zahlen und weniger am Wohlergehen ihrer Mitarbeiter interessiert. Auch die IT-Ausstattung wurde bemängelt.

Optimierungspotenzial aus Sicht der Arbeitnehmer

Rund zwei Drittel der Befragten geben an, sich mit der richtigen Technologie besser auf wichtige Aufgaben konzentrieren und wieder strategischer und auch motivierter arbeiten zu können. 63 Prozent gehen sogar soweit und würden den Job wechseln, wenn die IT nicht stimmt. Für 73 Prozent ist es ein Kündigungsgrund, wenn Führung und Fokus fehlen, für 60 Prozent wäre fehlende Wertschätzung des Vorgesetzten ein guter Grund zu gehen.

Führungskräfte nehmen ihre Führungsaufgaben nicht wahr

Ein weiteres interessantes Ergebnis der Studie: Nur drei von zehn HR-Professionals halten die Mitarbeiter für das  wichtigste Gut ihrer Firma. "Für die Personaler ist der Mitarbeiter per se die Nummer eins, denn ihm dient ja der gesamte Daseinszweck", so Senior Consultant Matthias Malessa. Der frühere Adidas-Personalchef meint, die HRler seien wohl desillusioniert, weil gerade die (so genannten) Führungskräfte zwar oft mit dem Satz „people are our biggest asset“ brillierten, die People-Agenda im täglichen Umgang aber an HR delegierten und sich lieber mit Dingen und Prozessen beschäftigten. Außerdem sei Human Resources genauso mit Verwaltungs- und Routineaufgaben überlastet wie die anderen im Unternehmen.

 

Das könnte Sie auch interessieren:

Was Mitarbeiter sich wirklich wünschen

Chef für einen Tag

Haufe Online Redaktion

Führung, Bürokratie, IT-Infrastruktur, Software

Aktuell

Meistgelesen