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Immer weniger Firmen sponsern Executive-MBA-Programme

Ihr EMBA-Abschluss kommt viele Manager teuer zu stehen, denn nur noch wenige Firmen übernehmen die Kosten.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Daten von Business Schools zeigen: Immer weniger Arbeitgeber sind bereit, ihren Managern ein Executive-MBA-Programm (EMBA) zu bezahlen. Dabei könnten auch die Unternehmen von der Investition profitieren, wie Bärbel Schwertfeger in der aktuellen Ausgabe des Personalmagazins berichtet.

Drei Viertel der Manager, die am EMBA-Programm der ESCP Europe in Berlin teilnehmen, bezahlen mittlerweile ihr Studium selbst, schreibt die MBA-Expertin Bärbel Schwertfeger in der aktuellen Ausgabe des Personalmagazins.

Professor Jürgen Weigand, akademischer Direktor für die MBA-Programme an der WHU – Otto Beisheim School of Management, bestätigt diesen Trend gegenüber Schwertfeger: Inzwischen fehle manchmal selbst die zeitliche Unterstützung für die Präsenzphasen. Doch auf diese, schreibt die MBA-Expertin, seien die Mitarbeiter trotz Einsatz von Urlaub und Überstunden eben oft angewiesen.

Weigand habe sogar erlebt, dass ein Unternehmen versucht habe, einen Mitarbeiter explizit daran zu hindern, ein EMBA-Studium zu beginnen – obwohl er es selbst zahlen wollte.

Angst, dass der Mitarbeiter das Unternehmen verlässt

Woher kommt es, dass die Bereitschaft deutscher Arbeitgeber sinkt, ihren Mitarbeitern ein EMBA-Studium zu ermöglichen und dieses auch zu finanzieren? Gerade bei deutschen Arbeitgebern, glaubt Schwertfeger, dominiere die – sicher nicht unberechtigte – Angst davor, dass der Mitarbeiter das Unternehmen nach dem Studium verlässt. Zumindest finanziell sei dies jedoch kein Verlust. In der Regel sorge nämlich eine Bindungsklausel dafür, dass der Mitarbeiter bei einer zeitnahen Kündigung die bezahlten Studiengebühren zurückzahlen müsse.

Die Unternehmen stecken Schwertfeger zufolge in einem Dilemma: Verweigern sie ihren Mitarbeitern die Unterstützung beim EMBA-Studium, werdwen diese es selbst finanzieren und verstärkt Ausschau nach einem neuen Job halten. Finanzieren die Unternehmen das Studium, haben sie aber auch keine Garantie dafür, dass der Mitarbeiter bleibt.

"Einen EMBA zu finanzieren ist kein Eheversprechen"

Doch von einem EMBA könnten auch die Unternehmen auf unterschiedlichen Ebenen profitieren. "Vielversprechenden Mitarbeitern ein MBA-Studium zu finanzieren, ist eine clevere Investition in ihren Goodwill und ihr Engagement", schreibt Carolin Oelschläger, Beraterin bei Strategy &, im Harvard Business Manager. "So kann man Kompetenzen in eine Firma holen, die auf andere Weise teurer zu stehen kommen."

Ein Beispiel dafür nennt Schwertfeger in ihrem Beitrag im Personalmagazin: Gerade bei einem Executive MBA bearbeiten die Teilnehmer oftmals konkrete Projekte aus ihrem eigenen Unternehmen. Wer das klug nutzt, kann sich teure Berater sparen.

Dennoch bleibt das Dilemma, dass der Mitarbeiter möglicherweise nach seinem vom Unternehmen finanzierten EMBA zu einem anderen Arbeitgeber  wechselt. Oelschläger empfiehlt, das Problem pragmatisch zu betrachten: Schließlich handle es sich bei einem firmengesponserten EMBA nicht um ein Eheversprechen, sondern um eine Art Marktvertrag. Und alles auf dem Markt sei nun einmal Veränderungen unterworfen.

Den kompletten Beitrag "EMBA wird Privatvergnügen" lesen Sie in Ausgabe 02/2015 des Personalmagazins.

Haufe Online Redaktion

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