08.03.2012 | HR-Management

Immer weniger Betriebe bilden aus

Trotz des befürchteten Fachkräftemangels bilden immer weniger Betriebe in Deutschland Lehrlinge aus. Das geht aus dem Entwurf für den Berufsbildungsbericht 2012 hervor, aus dem die "Süddeutsche Zeitung" zitiert.

Danach boten 2010 nur noch knapp 22,5 Prozent aller Betriebe mit sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten Ausbildungsplätze an. Ein Jahr zuvor waren es noch 23,5 Prozent. Damit sei die Zahl der Ausbildungsbetriebe wie schon 2008 und 2009 erneut gesunken, obwohl die Gesamtzahl der Betriebe leicht zulegte, heißt es in dem Zeitungsbericht. Das Kabinett soll das gut 100 Seiten starke Regierungspapier Anfang April verabschieden.

 

Deutliche Abwärtstendenz feststellbar

Die Zahlen beruhen laut „SZ“ auf Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA). Danach hätten 2010 knapp 470.000 Betriebe mindestens einen Auszubildenden gehabt, bei insgesamt 2,08 Millionen Betrieben mit sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. 2009 habe die BA noch etwa 485.000 Ausbildungsbetriebe gezählt, 2008 gut 494.000. Zahlen für 2011 lägen noch nicht vor. Das Bundesbildungsministerium schreibe dazu in seinem Bericht: "Auffällig ist der hohe Bestandsverlust. Weder in den alten noch in den neuen Ländern hatte es bei den Ausbildungsbetrieben in den letzten elf Jahren so große prozentuale Bestandsrückgänge gegeben wie 2010."

 

Zu wenig Bewerber? – Experten sind sich uneins

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock sagte der Zeitung: "Die Wirtschaft kann ihr sinkendes Engagement in Sachen Ausbildung nicht mit dem demografischen Wandel begründen. Bewerber gibt es genug. In Wahrheit übersteigt die Zahl der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber die Zahl der offenen Plätze um mehr als das Doppelte." Ganz anders sieht dies der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK): "Die Zahl der Schulabgänger sinkt. Zugleich gibt es einen Trend zum Hochschulstudium. Deshalb gibt es weniger Bewerber", sagte DIHK-Ausbildungsexperte Thilo Pahl der Zeitung. Wenn deshalb Betriebe keine Auszubildenden mehr fänden, fielen sie auch als Ausbildungsbetriebe aus.

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