09.08.2012 | Arbeitsmarkt

Immer mehr junge Arbeitnehmer sind nur befristet beschäftigt

Gerade junge Beschäftigte finden immer seltener eine unbefristete Stelle.
Bild: Haufe Online Redaktion

Leiharbeit, Praktika, Werkverträge und befristete Jobs: Junge Berufstätige arbeiten in diesen unsicheren Beschäftigungsverhältnissen, so eine Studie im Auftrag der IG Metall. Eine weitere Studie belegt, dass die Chance auf eine unbefristete Vollzeitstelle gerade für junge Leute gesunken ist.

Nach 2009 und 2010 hat die IG Metall zum dritten Mal Einstellungen, Sorgen und Erwartungen der jungen Generation ermitteln lassen. Waren 2009 noch 28 Prozent der jungen Menschen prekär beschäftigt, sind es 2012 schon 32 Prozent.  Hinzu kommt, dass junge  Menschen die Erfahrungen mit Brüchen wie Arbeitslosigkeit, ungewollte Arbeitsplatzwechsel sowie die prekären Beschäftigungsformen wie Leiharbeit und Befristungen als große Belastungen erleben. So gaben rund neun von zehn Befragten unter 35 Jahren an, dass unsichere Beschäftigungsverhältnisse über einen längeren Zeitraum zu psychischen Belastungen führen, die Lebensplanung und damit auch mögliche Familiengründungen erschweren sowie berufliche Aufstiegschancen behindern.

Neben persönlichen Beeinträchtigungen befürchtet der überwiegende Teil der Befragten (85 Prozent) auch negative gesellschaftliche Auswirkungen wie die zunehmende Verunsicherung großer Teile der Arbeitnehmerschaft. 80 Prozent gehen zudem von einer Verschärfung sozialer Ungleichheit aus.

Soziale Kluft zwischen den Generationen nimmt zu

Auffällig dabei ist, dass sich die prekäre Beschäftigung im Generationenvergleich weiter auseinander entwickelt hat: Während der Anteil der prekär Beschäftigten bei den unter 35-Jährigen steigt, sinkt er bei den über 35-Jährigen. 2009 waren 16 Prozent dieser Altersgruppe prekär beschäftigt  - heute sind es noch 11 Prozent.  Die soziale Spaltung zwischen den Jungen und den über 35-Jährigen scheint sich offensichtlich zu verschärfen.

Des Weiteren zeigt die Studie, dass sich mit den Werkverträgen ein neues Instrument der Deregulierung auf dem Arbeitsmarkt etabliert hat. So gaben bereits 15 Prozent der unter 35-Jährigen (ohne Leiharbeiter) an, dass der Arbeitgeber im Rahmen von Werkverträgen Leistungen für andere Unternehmen erbringt und er mehr als zwei Drittel der Arbeitszeit auf dem Firmengelände eines Auftraggebers des Arbeitgebers verbringt.

Unbefristete Vollzeitstelle immer seltener der Fall

Eine weitere Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung hat zudem einen Langzeittrend ermittelt: Die Chance auf eine unbefristete Vollzeitstelle ist besonders für junge Leute seit Mitte der 1990er Jahre gesunken. 1996 hatte demnach noch mehr als jeder dritte unter 30-Jährige eine solche Stelle. 2009 war es nur jeder vierte. Teilzeit und Befristungen nahmen in allen Altersgruppen zu. Zugleich fanden mehr Frauen und Männer ab 50 Jahren einen Arbeitsplatz: Nur noch jeder dritte von ihnen ist nicht erwerbstätig - 1996 war es jeder zweite. 2009 war die deutsche Wirtschaft in Folge der Finanzkrise stark geschrumpft. Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung unterstützte diese Studie.

Schlagworte zum Thema:  Arbeitsmarkt, Befristung

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