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Personaler halten dem Kostendruck stand

Sparen ja, aber an der richtigen Stelle.
Bild: Haufe Online Redaktion

Trotz angespannter Wirtschaftslage und andauerndem Kostendruck halten europäische Multinationals an einer expansiven Personalpolitik fest. Das zeigt die Untersuchung "European HR Barometer 2012" von Aon Hewitt. Weitere Einstellungen sind geplant; die Weiterbildung kommt auch nicht zu kurz.

Über die Hälfte der Befragten rechnet zwar damit, dass sich die Eintrübung der Wirtschaftslage weiterhin negativ auf die Unternehmensergebnisse auswirkt, aber nur ein Drittel geht davon aus, dass das auch HR-Programme beeinflusst. Zwei von drei nehmen an, dass Erträge und Investments dennoch wachsen werden, wenn auch nicht mehr im gleichen Ausmaß wie im Vorjahr.

Kosten, Talentmangel, Produktivität beeinflussen am meisten

Im Gegensatz zu 2011 erobert die Kostensensibilität ihren Platz als wichtigster Einflussfaktor auf die HR-Arbeit zurück. Sie verweist den Talente- und Fachkräftemangel sowie anspruchsvolle Produktivitäts- und Gewinnziele auf Platz zwei und drei. Überraschenderweise tauchen soziale und politische Faktoren, wie die zunehmende Rolle sozialer Netzwerke, die Erhöhung des Renteneintrittsalters oder wachsende soziale Ungleichgewichte, nicht im Ranking auf.

Mitarbeiterentwicklung sind kurz- und längerfristige Priorität

Die kurzfristigen Prioritäten der HR-Tätigkeit sind, in Abhängigkeit von der Investitionsbereitschaft der Unternehmen, auf die Entwicklung der Mitarbeiter ausgerichtet. Für 2012 stehen bei 69 Prozent der Befragten Weiterbildungsprogramme im Vordergrund, dicht gefolgt von Aktivitäten zur leistungsgerechteren Vergütung.

Die längerfristigen Ziele (bis 2014) decken sich mit denen aus dem Vorjahr, wenn auch insgesamt die Bandbreite an Prioritäten weiter gestreut ist als zuvor: Führungskräfteentwicklung, Mitarbeiter-Engagement und Bindung von Talenten führen die Liste an, gefolgt von Themen wie Nachfolgeregelungen, Messung und Entlohnung von Leistung und HR-IT-Systemintegration.

HR sieht eigene Leistung kritisch

Trotz der positiven Stimmung, die das "HR-Barometer 2012" aufzeigt, ist nicht alles rosig in der Welt der HR-Verantwortlichen. Befragt nach der Erreichung ihrer Ziele schnitten nur zehn von 25 Themenbereichen gut ab. Besonders gut lief es europaweit in Sachen Corporate Governance, Investor Relations, Gesundheits- und Sicherheitsprogrammen sowie Corporate Social Responsibility.

In den restlichen 15 blieben die HR-Verantwortlichen klar hinter den Vorgaben zurück. Die schlechtesten Ergebnisse erreichten sie bei Work-Life-Balance-Programmen, Kompetenzmanagement und Kennzahlensystemen. Zum Thema Diversity und Mitarbeitervielfalt haben die meisten Unternehmen ebenfalls noch keine Lösung.

Über die Studie

An der Studie, die Aon Hewitt im Auftrag des European Club for Human Resources durchgeführt hat, haben HR-Verantwortliche von 52 führenden Unternehmen – davon 62 Prozent börsennotiert – aus 13 verschiedenen Ländern teilgenommen. Weitere Informationen zur Studie gibt es auf Anfrage an pressegermany@aonhewitt.com.

Schlagworte zum Thema:  Kosten, Weiterbildung, Personalentwicklung, Recruiting, Talent Management

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