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Vollzeitnahe Arbeitszeitmodelle helfen Müttern und Vätern, die beruflich weiterkommen wollen, sich aber auch Zeit für ihre Kinder wünschen. Bild: Corbis

Der Bundesverband der Personalmanager (BPM) und das Bundesfamilienministerium haben 1.500 HR-Verantwortliche zu ihren Erfahrungen mit vollzeitnaher Teilzeit befragt. Viele Unternehmen bieten demnach bereits solche Modelle mit einer Arbeitszeit zwischen 28 und 36 Stunden an - und der Bedarf steigt.

Die Ergebnisse der Umfrage von BPM und Familienministerium zeigen, dass 40 Prozent der Unternehmen Arbeitsmodelle anbietet, bei denen die Arbeitszeit bei 50 bis 75 Prozent der vertraglichen Arbeitszeit liegt. Nur elf Prozent der befragten Unternehmen nutzen Teilzeitmodelle, bei denen die Arbeitszeit zwischen 75 und 90 Prozent liegt. In Zukunft dürfte insbesondere dieser Anteil weiter steigen: Denn 55 Prozent der befragten Personalmanager geben an, dass ihre Unternehmen und Organisationen zukünftig genau solche Teilzeit-Modelle verstärkt anbieten wollen. Die Wochenarbeitszeit liegt hierbei zwischen 28 bis 36 Stunden (sogenannte vollzeitnahe Teilzeit).

Der Trend geht zur vollzeitnahen Teilzeit

"Mitarbeiter wollen zunehmend Arbeitszeiten, die sich den aktuellen Lebensumständen anpassen und nicht umgekehrt. Insbesondere Teilzeit-Modelle mit nur geringen Auswirkungen auf Arbeitszeit und Gehalt sind deshalb attraktiv", sagt Elke Eller, Präsidentin des Bundesverbandes der Personalmanager und Arbeitsdirektorin der Tui Group. "Denn sie geben den Mitarbeitern mehr Zeit, um sich um Kinder, pflegebedürftige Angehörige oder einfach um sich selbst zu kümmern. Und ihre Auswirkungen auf das Einkommen sind für die Mitarbeiter oft besser verkraftbar als Modelle, bei denen sich das Einkommen um die Hälfte oder mehr reduziert."

Ebenso sieht es die Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig: "Vollzeitnahe Arbeitszeitmodelle sind auf dem Vormarsch. Und sie treffen die Bedürfnisse von Müttern und Vätern, die beruflich weiterkommen wollen, sich aber auch Zeit für ihre Kinder wünschen. Mit der geplanten Familienarbeitszeit wollen wir diesen Trend aufgreifen und solche Modelle unterstützen."

Steigender Bedarf für Teilzeitmodelle

Personalmanager in Deutschland sehen für Teilzeitmodelle mit einer geringen Reduzierung der Arbeitszeit insbesondere bei Müttern (61 Prozent) und Beschäftigten mit pflegebedürftigen Angehörigen (56 Prozent) einen steigenden Bedarf. In der Einschätzung der Personalmanager profitieren von der Einführung solcher Modelle in Unternehmen und Organisationen vor allem Frauen (81 Prozent). Aber auch 46 Prozent der Befragten sagten, dass die Einführung für die bei ihnen beschäftigten Männer wichtig oder sehr wichtig wäre.

Als wichtigste Erfolgsfaktoren bei der Umsetzung vollzeitnaher Arbeitsmodelle nennen die befragten Personalmanager die Akzeptanz durch die Führungskräfte (35 Prozent), eine flexible Organisationsstruktur (27 Prozent), den flexiblen Umgang mit Arbeitszeiten sowie Transparenz im Team (beide 22 Prozent). Als Herausforderung nennen 86 Prozent der Befragten Arbeitsverdichtung,, da eine Umverteilung von Aufgaben bei geringer Arbeitszeitverkürzung oft nicht möglich ist.

Alle Ergebnisse der Umfrage finden Sie unter auf: www.bpm.de/befragung-teilzeit

Schlagworte zum Thema:  Teilzeit, Arbeitszeit, Human Resources (HR), HR-Management

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