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Big Data und Künstliche Intelligenz werden nach Ansicht von Führungskräften das Arbeitsleben bis 2020 am stärksten beeinflussen. Das geht aus einer Studie von Cognizant hervor. Allerdings bremsen lange Innovationszyklen und mangelnde Experimentierfreude die Digitalisierung in Deutschland.

Die Digitalisierung birgt große Umsatzpotenziale für Unternehmen, allerdings werden diese in Europa und insbesondere auch in Deutschland nicht ausgeschöpft. Eine Studie von Cognizant, die in Zusammenarbeit mit Roubini Global Economics durchgeführt wurde, deutet darauf hin, dass europäische Unternehmen große Werte durch Digitalisierung freisetzen könnten. Die befragten Unternehmen gaben an, dass durch die Anwendung digitaler Tools und Technologien in ihren Prozessen der Umsatz deutlich steigen könnte – um bis zu 578 Mrd. USD bis 2018. Allein bei den befragten deutschen Unternehmen bleibt ein potenzieller Umsatz von 172 Mrd. USD bisher ungenutzt.

Verschmelzung von physischer und virtueller Welt stärker vorantreiben

Im Rahmen der Studie „The Work Ahead – Europe’s Digital Imperative” wurden 800 leitende Angestellte in der Region befragt. Sie war Teil einer globalen Untersuchung zum Wandel der Arbeit im digitalen Zeitalter. Die Ergebnisse zeigen: Wenn Unternehmen Umsatzpotenzial freisetzen und Europa als digitales Kraftwerk auf der globalen Bühne etablieren wollen, dann müssen Unternehmensleiter die Verschmelzung der physischen und virtuellen Welt aktiver vorantreiben.

Künstliche Intelligenz, Big Data und Blockchain auf dem Vormarsch

Führungskräfte erkennen klar, dass Next-Generation IT, inklusive „Artificial Intelligence“ (AI), Big Data und Blockchain, zu neuen Geschäftsmodellen, Umsatzströmen, Kundenbeziehungen und Kosteneinsparungen führen kann. Tatsächlich berichten die Studienteilnehmer von fünf Prozent Umsatzanstieg durch ihre bisherigen digitalen Investitionen (was allein im letzten Jahr 150 Mrd. USD zusätzlich entspricht); bei den deutschen Teilnehmern sind es 2,5 Prozent bzw. 50 Mrd. USD. Die Befragten erwarten außerdem, dass der Einfluss von digitalen Technologien auf den Umsatz in Europa bis 2018 auf 8,4 Prozent steigen wird.

Kosteneinsparungen durch Software-Roboter

Zum Beispiel können Unternehmen durch den Einsatz intelligenter Prozessautomation (IPA) – bei der Software-Roboter bestimmte Routineaufgaben übernehmen – Kosten im Middle und Back Office reduzieren. Die Analyse zeigt, dass sich durch die digitale Transformation Umsätze und Kosteneinsparungen über die untersuchten Branchen (Handel, Finanzdienstleistungen, Versicherung, Produktion und Lebenswissenschaften) hinweg bis 2018 auf 930 Mio. USD summieren, für Deutschland sind es 295 Mio. USD.

Digitale Wirtschaft wird durch Daten, Algorithmen und vernetzten Geräten angetrieben

Aus Sicht der europäischen Führungskräfte wird die digitale Wirtschaft durch eine Kombination aus Daten, Algorithmen, Software-Robotern und vernetzten Geräten angetrieben. Danach gefragt, welche Technologien ihr Arbeitsleben bis 2020 am meisten beeinflussen werden, wurde der Geschäftsnutzen von Big Data als unverändert stark eingeschätzt – von 99 Prozent der Befragten. Interessanterweise rangiert künstliche Intelligenz (AI) knapp dahinter auf Platz zwei (97 Prozent). Für die Befragten ist AI also mehr als ein Hype, sondern auf dem Weg, ein zentrales Element der zukünftigen Arbeit in Europa zu werden.

Die richtigen Führungskräfte fehlen

Im Gegensatz dazu können laut Studie späte Anwender von digitaler Technologie damit rechnen, bis 2018 808 Mrd. USD zu verlieren. Betrachtet man nur die deutschen Unternehmen, wären es immer noch 337 Mrd. USD bis 2018. Allerdings glaubt ein Drittel der Befragten nicht, dass sie die richtige Führungsriege haben, um digitale Strategien zu liefern. 30 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Geschäftsführung nicht genügend in neue Technologien investiert, während 29 Prozent zurückhaltend gegenüber neuen Arbeitsweisen sind.

Hindernisse bei der Digitalisierung

Die Untersuchung offenbart zudem die größten Hindernisse der Digitalisierung: Sicherheitsbedenken (24 Prozent), Budgetbeschränkungen (21 Prozent) und fehlende Fähigkeiten (14 Prozent). „Um den digitalen Wandel voranzutreiben, müssen Führungskräfte aktiv werden und ihre Organisationen auf die vor ihnen liegende Arbeit vorbereiten. Langsame Innovationszyklen und mangelnde Experimentierfreude verhindern, dass ein Unternehmen seine digitalen Möglichkeiten ausschöpft. Die digitale Wirtschaft zu meistern, ist unerlässlich. Dazu müssen Unternehmen ihre digitale Präsenz sowohl in der Breite als auch in der Tiefe stärken und verbessern. Steht das nicht ganz oben auf ihrer Agenda, dann spielen sie nach den Regeln von gestern“, erklärt Euan Davis, European Head of the Centre for the Future of Work, Cognizant. 

Schlagworte zum Thema:  Big Data, Roboter, Digitalisierung, Human Resources (HR), HR-Management

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