HR-Softwareanbieter haben allen Grund zum Jubeln: Der Markt boomt. Weit mehr als die restliche Softwarebranche. Bild: Corbis

Digitalisierung der Personalarbeit geht nicht ohne die entsprechende Infrastruktur – davon sind auch die HR-Verantwortlichen überzeugt: Im ersten Halbjahr 2017 war die Nachfrage nach HR-Software laut der 5. HR-Software-Konjunkturbefragung extrem gestiegen. Im zweiten Halbjahr hat die Umsatzdynamik etwas nachgelassen - bleibt aber auf hohem Niveau.

Die HR-Software-Konjunkturbefragung des Wirtschaftsinstituts Wolfgang Witte untersucht im halbjährlichen Rhythmus anhand ausgesuchter Software-Anbieter Marktentwicklung und Trends im Bereich HR-Software. Über die drei untersuchten Jahre hinweg zeigt sich ein kontinuierlicher Wachstumstrend. Für das Jahr 2017 insgesamt wurden die besten Ergebnisse seit Beginn der Konjunkturbefragungen ermittelt: Die Teilnehmer der Konjunkturbefragung konnten ihre Auftragseingänge um mehr als 20 Prozent steigern. Das Umsatzwachstum erreichte mit +15,5 Prozent ebenfalls einen Spitzenwert. Im zweiten Halbjahr hat die Umsatzdynamik jedoch etwas nachgelassen.

Software-as-a-Service weiterhin am stärksten nachgefragt

Wie in den Jahren 2015 und 2016 erreichten die SaaS-Umsätze auch im Jahr 2017 mit Abstand die stärksten Zuwächse. Allerdings werden die im Vorjahr erzielten Wachstumsraten von mehr als 100 Prozent nicht mehr erreicht. Auch das SaaS-Volumen am Gesamtumsatz der Anbieter ist signifikant gestiegen. Daneben entwickelten sich auch die Umsätze für Lizenzverkäufe und das BPO-Geschäft laut der Konjuntkurbefragung überdurchschnittlich gut.

In den verschiedenen personalwirtschaftlichen Anwendungsgebieten sind Human-Resources-Management-/Talent-Management-Lösungen sowie das Thema Zeitwirtschaft/Workforce Management die stärksten Wachstumstreiber. Auch die elektronische Personalakte als DMS-Lösung wurde verstärkt nachgefragt.

HR-Software-Anbieter schätzen Geschäftslage etwas verhaltener ein

Aufgrund der sehr hohen Wachstumsdynamik ist es nicht verwunderlich, dass die Anbieter von HR-Software sehr zufrieden sind und ihre Geschäftslage positiv bewerten - wenn auch etwas verhaltener sind als im ersten Halbjahr 2017: Damals sagten fast 92 Prozent der Befragungsteilnehmer, dass ihre aktuelle Geschäftslage gut sei, acht Prozent beurteilten sie mit befriedigend. Nun sind es 85,7 Prozent der Teilnehmer, die ihre Geschäftslage als gut bewerten. Der Anteil derer, die sie als befriedigend bewerten steigt um gut sechs Prozentpunkte auf 14,3 Prozent.

Von einer weiteren Verbesserung der Geschäftslage sind noch 35,7 Prozent der Unternehmen überzeugt. Anfang des Jahres 2017 waren sich noch 58 Prozent sicher, dass sie weiteres Wachstum einfahren können. Dieser Abschwung kann sich damit erklären lassen, dass das Jahr 2017 ein sehr hohes Wachstumsniveau zu verzeichnen hatte, das sich wohl kaum weiter steigern lässt.

HR-Software als Erfolgsmodell der  Softwarebranche

In jedem Fall gehen die Anbieter optimistisch und mit weiterhin hohen Erwartungen in das Jahr 2018. Auftragseingänge und Umsätze sollen auf dem hohen Niveau von 2017 auch im Jahr 2018 gehalten werden. Dies spiegelt sich auch bei den geplanten Investitionen und Neueinstellungen wider. Fast 80 Prozent der Teilnehmer wollen zusätzliches Personal einstellen und mehr als 60 Prozent der Unternehmen planen höhere Investitionen.


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Die Befragungsteilnehmer profitieren überdurchschnittlich gut in einem boomenden HR-Softwaremarkt. Wie in den Vorjahren auch, sind die Wachstumsraten der Teilnehmergruppe mehr als doppelt so hoch, wie in der Softwarebranche insgesamt, die laut Bitkom e.V. ein Umsatzwachstum von 6,3 Prozent im ersten Halbjahr erreichte. Schon in den Jahren 2014 bis 2016 verzeichnete der HR-Softwaremarkt ein ungefähr doppelt so starkes Umsatzwachstum wie der Softwaremarkt insgesamt. Dies haben die bisherigen Konjunkturbefragungen in der HR-Softwarebranche deutlich gemacht.

HR-Software-Anbieter: Die Teilnehmer der Konjunkturbefragung

An der Konjunkturbefragung haben die folgenden HR-Softwareanbieter teilgenommen: Atoss, GIP, Hansalog, Infoniqa, Ingentis, Micos, Milch & Zucker, Perbit, Rexx Systems, Sage, SD Worx, SP Data, Talentry, VRG HR.

Weitere Informationen zu den Konjunkturbefragungen finden Sie unter www.hr-konjunktur.de

Die Teilnehmer der 6. HR-Software-Konjunkturbefragung repräsentieren laut dem durchführenden Wirtschaftsinstitut Wolfgang Witte einen HR-Umsatz von mehr als 270 Millionen Euro; circa 13 Prozent des geschätzten gesamten Marktvolumens für HR-Software in der DACH-Region. Damit sind die Ergebnisse aufgrund der kleinen Teilnehmerzahl nicht als repräsentativ für den Gesamtmarkt zu betrachte, bieten aber halbjährliche Einblick in die wirtschaftliche Entwicklung einer marktrelevanten Anbietergruppe des HR-Softwaremarktes in der DACH-Region.


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Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, HR-Software

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