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Gutes Aussehen hilft bei der Jobsuche

Ein attraktives Gesicht erhöht die Chancen von Stellenbewerbern auf eine Rückmeldung seitens des potenziellen Arbeitgebers deutlich - nämlich um 36 Prozent gegenüber Bewerbern mit unattraktivem Gesicht. Dies will eine Studie aus Argentinien nun wissenschaftlich bewiesen haben.

Für das Experiment haben die Macher der Studie vom Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn, von der Universität San Andrés in Buenos Aires und von der Universität von Chile in Santiago eine Auswahl fiktiver, aber realistischer und repräsentativer Lebensläufe zusammengestellt und außerdem 25 künstliche Bewerbungsfotos am Computer generiert.

Diese Bewerbungsfotos, 13 Bilder von Frauen und zwölf Bilder von Männern, erschufen sie auf Basis von Fotografien von 100 tatsächlich existierenden Menschen. Unter Berücksichtigung aktueller Attraktivitätsforschungen, bei welcher die Abstände zwischen den Augen sowie zwischen Augen und Mund die entscheidenden Rollen spielen, kreierten sie sowohl eher anziehende als auch nicht anziehende Bilder fiktiver Gesichter.

 

Pro Stellenanzeige sechs Bewerbungen

Diese fiktiven Bilder kombinierten die Forscher dann mit bezüglich ihres Qualifikationsniveaus gleichwertigen fiktiven Lebensläufen und beantworteten damit echte Stellenausschreibungen in der führenden Onlinestellenbörse in Argentinien. Es wurden jeweils drei weibliche und drei männliche Bewerbungen versandt. Bei jedem Geschlecht erfolgte wiederum je eine Bewerbung mit einem attraktiven Gesicht, eine Bewerbung mit einem unattraktiven Gesicht und eine Bewerbung gänzliche ohne Bewerbungsfoto - was in Argentinien eher unüblich ist.

Im Zeitraum April bis Juni 2010 wurden so insgesamt 2540 Bewerbungen auf den Weg gebracht. Gemessen wurde, wie oft die angeschriebenen Arbeitgeber auf die Bewerbungen telefonisch geantwortet haben.

 

Lieber kein Foto als ein unattraktives

Das Ergebnis: Bei Bewerbungen mit attraktivem Gesicht erfolgte in 10,3 Prozent der Fälle ein Rückruf. Bei Bewerbungen mit unattraktivem Gesicht gab es in 7,6 Prozent der Fälle eine telefonische Reaktion. Bei Bewerbungen ganz ohne Foto riefen die potenziellen Arbeitgeber in 7,9 Prozent der Fälle zurück. Wohlgemerkt: Abgesehen von den Bildern waren die Bewerbungen allesamt absolut gleichwertig, wie die Forscher erklären.

Relativ betrachtet haben attraktive Menschen damit eine um 36 Prozent höhere Chance auf eine Rückmeldung als unattraktive. Die Macher der Studie ziehen aus dem Experiment das Fazit, dass schöne Menschen dann besser fahren, wenn Sie ihren Bewerbungen ein Foto beifügen. Die übrigen hingegen sollten besser auf ein Foto verzichten, anstatt ihr unschönes Gesicht abzulichten. Sie hätten dann bessere Aussichten auf ein Feedback vom adressierten Arbeitgeber.

Die Studie aus Südamerika ist nicht zuletzt deswegen von großer Aktualität, weil Ende März die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ihre Einschätzung zum Projekt anonyme Bewerbung vorlegen will. Dabei testen eine Reihe von Unternehmen die Personalrekrutierung unter Verzicht auf Angaben zum Namen, Alter, Geburtsort sowie zum Familienstand der Bewerber - und unter Verzicht auf Bewerbungsfotos. Die argentinische Studie lässt hier als PDF-Dokument in englischer Sprache herunterladen. Enthalten sind auch einige der fiktiven Bewerbungsbilder.

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