Großbritannien: Immer mehr Fake-Unis tauchen auf

In den vergangenen Jahren tauchen im Bildungsbereich immer häufiger gefälschte Titel, betrügerische Institute und Fake-Universitäten auf. In Großbritannien existieren einer aktuellen Liste zufolge 243 betrügerische Institute, einige davon bieten auch MBA-Programme an. 

In den vergangenen vier Jahren sind in Großbritannien 75 Pseudo-Universitäten geschlossen worden, berichtet die Zeitung "The Guardian". Die Überwachungsstelle "Higher Education Degree Datacheck" (Hedd), die Fake-Abschlüsse beobachtet, hat inzwischen ein Register von 243 betrügerischen Instituten aufgebaut. Seit 2015 gebe es mehr als 200 untersuchte Fälle von Titel-Betrug. 

MBA: Fakes schaden dem Ruf echter Business Schools

Unter den Fake-Universitäten befinden sich auch zahlreiche Business Schools wie zum Beispiel die "Irish University Business School". Diese bietet drei MBA-Programme an, darunter einen MBA in "Mobile Commerce" und in "Casino and Shopping Mall Management", und listet eine zwölfköpfige Faculty auf. Weitere Betrüger-Universitäten auf der Hedd-Liste sind zum Beispiel die "London Business and Engineering School", die "London Graduate School", das "Britain College of Management" oder die "Cambridge Academy of Management". Etliche der gelisteten Schulen sind inzwischen schon wieder verschwunden, jedoch kommen stetig neue nach.

Man höre von echten Universitäten, dass ihre Marke genutzt werde, um Studenten anzulocken, persönliche Daten zu erhalten und natürlich auch Kursgebühren, erklärt Jayne Rowley, Chief Executive von Hedd. Das schade der Reputation des britischen Bildungssystems, sei aber letztlich ein globales Problem. Denn die meisten Webseiten seien außerhalb Großbritanniens registriert. 

Betrug im Bildungsbereich: Leitfaden zur Aufklärung

Der Betrug werde immer raffinierter, so Rowley. Die Webseiten würden häufig nach dem Vorbild seriöser Universitäten gestaltet, teils sogar mit kopierten Inhalten. Rowley hält neben Aufklärung und strafrechtlicher Verfolgung mehr Prävention für notwendig. "Wenn jeder Arbeitgeber die Abschlüsse jedes Bewerbers sorgfältig überprüfen würde, dann gebe es auch keinen Markt für diesen Betrug."

Für Arbeitgeber hat Hedd einen Leitfaden über Titelbetrug zusammengestellt, der kostenlos zum Download angeboten wird.


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Schlagworte zum Thema:  MBA, Führungskräfteentwicklung, Studium