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Der Winter verleitetet zum Blaumachen

Nicht jeder Mitarbeiter, der die Arbeit schwänzt, tut dies aus Spaß am Faulenzen, zeigt eine Studie.
Bild: Haufe Online Redaktion

Knapp sieben Prozent der Arbeitnehmer planen, diesen Winter einen oder mehrere Tage die Arbeit zu schwänzen. Doch dabei geht es längst nicht allen Mitarbeitern darum, es sich daheim gemütlich zu machen: Rund ein Fünftel der Blaumacher gibt an, wegen psychischer Probleme zu Hause zu bleiben.

Winterzeit, Erkältungszeit: In vielen Büros fallen in den Wintermonaten Mitarbeiter wegen Husten, Schnupfen und grippalen Infekten aus.

Diesen Umstand macht sich mancher gesunde Mitarbeiter offenbar zunutze: Denn in der kalten Jahreszeit feiern Arbeitnehmer besonders gern krank, wie eine Studie zeigt, die die Keyfacts Onlineforschung GmbH in Auftrag des Versicherungs-Vergleichsportals Geld.de unter 1.000 Arbeitnehmern durchgeführt hat.

Wirtschaftlicher Schaden von rund 1,4 Milliarden Euro

Sieben Prozent der Befragten planen demnach, in diesem Winter einen oder mehrere Tage blau zu machen. Und es könnten noch mehr Schwänzer werden: Denn weitere sieben Prozent überlegen, ob sie sich nicht doch noch zu Karneval ein paar weitere Tage Urlaub auf Krankenkassenkosten genehmigen sollten.

Die Studie gibt zudem Aufschluss darüber, wie lange die Arbeitgeber durchschnittlich auf die vermeintlich Kranken verzichten müssen: Über die Hälfte der Schwänzer bleibt maximal drei Tage zu Hause. Grund dafür, dass dieses Krankfeier-Modell so beliebt ist, könnte sein, dass viele Firmen erst ab dem dritten Fehltag ein ärztliches Attest von ihren Mitarbeitern verlangen. Rund ein Drittel der Blaumacher plant zwischen vier und sechs Tage zu Hause zu bleiben. Sechs Prozent wollen noch länger abwesend sein, nämlich zwischen sieben und neun Tagen, und neun Prozent sogar mehr als neun Tage.

Ein Fünftel hat Angst, sich bei kranken Kollegen anzustecken

Betrachtet man jedoch die Gründe, aus denen die Befragten zu Hause bleiben wollen, zeigt sich, dass bei rund der Hälfte nicht Arbeitsunlust, sondern gesundheitliche Aspekte eine Rolle spielen: So bleiben 22 Prozent der Blaumacher eigenen Angaben zufolge zu Hause, weil sie sich nicht bei kranken Kollegen anstecken wollen. Fast ebenso viele (21 Prozent) gaben an, dass sie im Winter regelmäßig psychische Probleme bekämen und deswegen zu Hause blieben.

Kürzlich hatte der Depressionsatlas der Techniker Krankenkasse gezeigt, dass die Zahl der Krankschreibungen mit der Diagnose "Depression" gestiegen ist.  Die Erkenntnisse der jetzt vorliegenden Befragung legen nahe, dass noch mehr Mitarbeiter - nicht unter Depressioen - aber immerhin unter psychischen Problemen leiden dürften, als es den Kassen bekannt ist – denn wer ohne Krankschreibung zu Hause bleibt, wird nicht erfasst.

Doch gesundheitliche Bedenken und psychische Probleme sind selbstverständlich nicht in allen Fällen dafür verantwortlich, dass Mitarbeiter der Arbeit fern bleiben. Acht Prozent der von Keyfacts Befragten geben etwa an, ihrem Arbeitgeber mit dem Blaumachen "eins auswischen" zu wollen.

Schlagworte zum Thema:  Betriebliches Gesundheitsmanagement, Psychische Erkrankung, Fehlzeiten

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