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Schlechter Umgang mit Stress – vor allem in Großunternehmen

Stress im Job: Umstrukturierungen sind der Hauptgrund.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Hälfte der Arbeitnehmer in Deutschland und Europa ist der Ansicht, dass arbeitsbedingter Stress verbreitet ist. Vier von zehn Arbeitnehmern meinen, dass an ihrem Arbeitsplatz nicht gut damit umgegangen wird. Langfristige Programme für aktives Altern sind weitestgehend unbekannt.

Nach einer aktuellen Umfrage geben 16 Prozent der Befragten sogar an, dass der arbeitsbedingte Stress "sehr häufig" vorkommt. Arbeitnehmerinnen geben häufiger als ihre männlichen Kollegen an, dass arbeitsbedingter Stress verbreitet ist (54 im Vergleich zu 49 Prozent), und Arbeitnehmer der Altersgruppe 18 bis 54 Jahre häufiger als Arbeitnehmer der Altersgruppe ab 55 Jahre (53 im Vergleich zu 44 Prozent).

Die Wahrnehmung des arbeitsbedingten Stresses ist auch nach Branchen unterschiedlich: Dabei äußern Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegebereich am häufigsten, dass Fälle von arbeitsbedingtem Stress verbreitet sind (61 Prozent, wobei 21 Prozent angeben, dass diese Fälle "sehr häufig" sind).

In Deutschland scheint Stress auch mit der Größe des Unternehmens zusammen zu hängen; je größer die Anzahl der Beschäftigten desto häufiger ist die Rede von arbeitsbedingtem Stress und desto schlechter wird damit umgegangen.

Häufigste Ursache für Stress: Umstrukturierung

Arbeitsplatzunsicherheit und -umstrukturierung werden europaweit als häufigste Ursache für arbeitsbedingten Stress wahrgenommen (72 Prozent), gefolgt von Arbeitszeit und Arbeitsbelastung (66 Prozent). Unter den jüngeren Beschäftigten in der Altersgruppe 18 bis 34 Jahre liegen diese beiden Ursachen jedoch gemeinsam an erster Stelle (je 69 Prozent).

In Deutschland wird Mobbing oder Belästigung am zweithäufigsten als Grund für Stress am Arbeitsplatz genannt (78 Prozent), während zu hohe Arbeitsbelastung den dritten Platz einnimmt (76 Prozent). Sechs von zehn Arbeitnehmern (59 Prozent) erkennen inakzeptable Verhaltensformen wie Mobbing und Schikanen oder Belästigung auch in den anderen europäischen Ländern als häufige Ursachen von arbeitsbedingtem Stress an.

Ein geringerer Anteil von Arbeitnehmern nennt eine fehlende Unterstützung von Kollegen oder Vorgesetzten (57 Prozent), eine mangelnde Klarheit der Rollen und Aufgaben (52 Prozent) oder die eingeschränkte Möglichkeit der Gestaltung von Arbeitsmustern (46 Prozent) als häufige Ursachen von arbeitsbedingtem Stress.

Langfristige Programme für Aktives Altern selten

Dabei sind lediglich einem von acht Arbeitnehmern in Europa (zwölf Prozent) Strategien und Programme bekannt, die es älteren Arbeitnehmern erleichtern, bis zum Rentenalter oder darüber hinaus weiterzuarbeiten. In Deutschland sind es sogar nur acht Prozent. Der Bekanntheitsgrad solcher Strategien nimmt mit der Unternehmensgröße zu und reicht von sieben Prozent in den kleinsten Unternehmen  mit einem bis zehn Beschäftigten bis zu 19 Prozent in den größten Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten.

Über die Studie zum Gesundheitsmanagement in Europa

Das sind die wichtigsten Ergebnisse der dritten gesamteuropäischen Meinungsumfrage, die Ipsos Mori im Namen der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) durchgeführt hat. Dafür wurden insgesamt 16.622 Interviews mit Voll- und Teilzeitbeschäftigen sowie Selbstständigen geführt.

Haufe Online Redaktion

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