15.03.2013 | Gesundheitsmanagement

Rückengerechtes Verhalten am Arbeitsplatz

Fehlbelastungen sind für Schreibtischtäter unvermeidlich. Doch Prävention ist auch im Büro möglich.
Bild: Haufe Online Redaktion

Der 15. März 2013 ist "Tag der Rückengesundheit". Der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte e.V. (VDBW) hat das zum Anlass genommen, auf einfache, aber wirksame Möglichkeiten der Prävention hinzuweisen.

Der diesjährige Leitgedanke des bundesweiten Aktionstags des Bundesverband der deutschen Rückenschulen (BdR) e.V. und der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e.V. heißt "Lebenslust statt Rückenschmerzfrust". Dr. med. Wolfgang Panter, Präsident des VDBW, erklärt: "Am Arbeitsplatz lassen sich Funktionsstörungen im Muskel Skelett-Bereich durch bewusstes Verhalten gezielt angehen. Gerade weil Betroffene aber reagieren, statt vorsorglich zu agieren, avancieren Rückenschmerzen zu einem Massenphänomen mit häufig chronischem Verlauf." Der VDBW nutzt daher den Tag der Rückengesundheit, für innerbetriebliche Gesundheitsprogramme zu werben, die verhaltens- und verhältnisorientierte Präventionskomponente effektiv miteinander verknüpfen. Auch die Führungskräfte in Unternehmen sind gefordert, Betriebsärzte einzubinden und für eine ergonomisch gute Gestaltung von Arbeitsplätzen und Abläufen zu sorgen. 

Kein Körperteil macht so viel Kummer wie der Rücken

Muskel-Skelett-Erkrankungen – hierüber überwiegend Rückenerkrankungen – bilden die gewichtigste Krankheitsgruppe bei Arbeitsunfähigkeit. Dies bestätigt auch der aktuelle DAK-Gesundheitsreport. Die DAK-Studie, die sich auf den Krankenstand des Jahres 2012 bezieht, gibt an, dass 23,2 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage auf diese Erkrankungsform zurückzuführen sind. Damit setzt sich der Trend der letzten Jahre fort. Ursächlich für Muskel-Skelett-Erkrankungen sind sitzende Tätigkeiten, zu einseitige und damit für Verspannung sorgende Körperhaltungen, Fehlbeanspruchungen im Rahmen stark körperbetonter Arbeiten sowie Bewegungsmangel und Übergewicht. Auch stressbedingte Verspannungen haben einen entscheidenden Einfluss auf die Rückengesundheit. 

Zur Vorbeugung: "rückengerechtes" Verhalten am Arbeitsplatz wichtig

Rückenleiden entstehen oft durch zu viel und falsches Sitzen. Daher ist die Gestaltung der Büroarbeit häufig eine der Ursachen. Ein ergonomisch optimal gestalteter Arbeitsplatz kann die Belastung mindern. Panter erklärt: „Die Zufriedenheit am Arbeitsplatz ist eine der ersten Voraussetzungen für Rückengesundheit. Dabei ist richtiges Sitzen einfach zu erlernen. Wichtig ist eine gezielte Aufklärungsarbeit, durch die der einzelne Mitarbeiter sein Bewusstsein dafür schärft, wie er mit seinem Verhalten einen Beitrag zur eigenen Gesundheit leistet.“ Um den Rücken gesund zu halten, sind dynamisches Sitzen und genügend Bewegungspausen entscheidend. Dabei haben gerade einfache Übungen einen dauerhaft positiven Effekt. 

Der „Gesundheitscoach“ im Unternehmen

Als Gesundheitscoach im Unternehmen kann der Betriebsarzt wertvolle Tipps geben und dazu beitragen, körperliche Fehlbelastungen aufzudecken und Haltungsschäden gezielt vorzubeugen. Bei akuten Beschwerden empfiehlt sich immer zunächst der Gang zum Betriebsarzt. Die arbeitsmedizinische Anamnese bei Rückenbeschwerden bildet die Grundlage jeder Beurteilung und deckt bei einer notwendigen orthopädischen Untersuchung nicht erkennbare Fehlbeanspruchungen auf. 

Detaillierte Hinweise zu weiteren Angeboten für Unternehmer, Arbeitnehmer und Privatleute finden Sie im Internet unter http://www.agr-ev.de/tdr2013

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