16.06.2011 | Serie Gesundheit

Teil 1: Warum das Thema für Personaler so wichtig ist

Deutsche Arbeitnehmer fehlen immer häufiger aufgrund von psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz. Für Unternehmen kann dies teuer werden. Darum steigt der Druck auf Personaler ein nachhaltiges Gesundheitsmanagement einzuführen. Doch bisher mangelt es noch an Interesse - gerade im Mittelstand, zeigen zwei Studien.

Rund zwölf Prozent aller Tage, die Arbeitnehmer krankgeschrieben sind, können auf psychische Erkrankungen zurückgeführt werden. Dies belegt die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) mit einer Auswertung der Gesundheitsreporte der gesetzlichen Krankenkassen für das Jahr 2010.

"Psychische Erkrankungen haben sich zu einer gravierenden finanziellen Belastung für Wirtschaft und Sozialversicherung entwickelt", stellt BPtK-Präsident Professor Rainer Richter fest. "Sie werden häufig zu spät erkannt und behandelt, auch weil psychotherapeutische Behandlungsplätze fehlen. Die Gesundheitspolitik muss die Versorgung verbessern." 

Noch Desinteresse im Mittelstand

Doch nicht nur die Gesundheitspolitik muss sich hier engagieren. Die Unternehmen selbst müssen Sorge dafür tragen, dass ihre Mitarbeiter die richtige Unterstützung in Gesundheitsfragen erhalten. Gerade im Mittelstand herrscht hier noch einiger Nachholbedarf, das belegen zwei Studien der Tüv Süd Life Service GmbH, die im "Corporate Health Jahrbuch 2011" veröffentlicht wurden.

Die befragten überbetrieblich tätigen Betriebsärzte und Sicherheitsfachkräfte erklären, dass die mittelständischen Unternehmen noch nicht sonderlich bereit seien, in Gesundheit zu investieren. Die Studienautoren von Tüv Süd Life führen dies auf fehlende Informationen über psychische Belastungsfaktoren und auf fehlendes Wissen über ein effektives Betriebliches Gesundheitsmanagement zurück. Besonders in den Bereichen "Gesundes Führungsverhalten", "Konfliktmanagement" und "Verlängerte Lebensarbeitszeit" sehen die befragten Experten noch einen großen Handlungsbedarf.

BGM zeigt Wirkung für einzelne Mitarbeiter und gesamte Firma

Dabei kann BGM große Wirkung im Unternehmen erzielen. In einer Online-Befragung der BAD-Gruppe, ein BGM-Dienstleister, unter 72 Unternehmen stellte sich heraus, dass BGM sich sowohl positiv auf die Individuen als auch das gesamte Unternehmen auswirkt: Je höher der Umsetzungsgrad von BGM-Maßnahmen im Unternehmen ist, desto höher ist auch die Wirksamkeit, so das Ergebnis.

Die stärksten Ausprägungen, was die Wirksamkeit betrifft, sind auf der individuellen Ebene zu verzeichnen: Sie äußern sich durch ein verbessertes Gesundheitsbewusstsein und Wohlbefinden. Umso mehr sich das Unternehmen engagiert, umso stärker ist dies dann auch auf der betrieblichen Ebene zu verzeichnen – etwa durch die Erhöhung der Produktivität.

Schlagworte zum Thema:  Gesundheitsmanagement

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