22.11.2012 | Top-Thema Gesunde Führung

Drei Säulen des BGM

Kapitel
Mehr als ein Obstkorb für Mitarbeiter: Gesundheitsmanagement fußt auf drei Säulen.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Das Gesundheitsmanagement sollte auf drei Säulen aufbauen, die sich gegenseitig ergänzen: Dazu zählen sowohl gesundheitsfördernde Aktivitäten als auch die Überarbeitung der Arbeits- und Prozessgestaltung sowie das Führungsverhalten.

Die erste Säule: Gesundheitsfördernde Aktivitäten

In vielen Unternehmen basiert das Gesundheitsmanagement vor allem darauf, Gesundheitskurse wie Rückenschule und Anti-Stress-Trainings anzubieten oder Gesundheitstage zu organisieren, an denen verschiedene Aktivitäten angeboten werden. Dies sehen wir als wichtigen ersten Schritt, doch ohne Einbezug der Gesamtsituation der Arbeit greift dieser Ansatz zu kurz. Deshalb sollten auch die folgenden Säulen berücksichtigt werden.

Die zweite Säule: Arbeits- und Prozessgestaltung

Die heutige Schnelllebigkeit, Flexibilität, neue Kommunikationsformen und eine damit einhergehende ständige Erreichbarkeit stellen für Unternehmen Wettbewerbsfaktoren dar. Für die Beschäftigten entsteht dadurch häufig ein immenser Druck, dem sie eine Zeit lang standhalten. Auf Dauer jedoch führt diese Situation zu enormen psychischen Belastungen, die psychische und körperliche Erkrankungen nach sich ziehen können. Deshalb sollten Organisationen genau prüfen, wie die Prozesse so gestaltet werden können, dass eine Balance zwischen Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und Gesundheit der Beschäftigten geschaffen werden kann. Denn zu bedenken gilt es auch: In Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels geht es ebenfalls um den Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter. Diese wiederum entscheiden sich immer häufiger für gesundheitsbewusste Arbeitgeber.

Lean Management und Total Quality sind nur zwei Schlagworte für das Streben nach Effizienz. Auch hier gilt: Für die Unternehmen ist eine effiziente Prozessgestaltung Voraussetzung, um konkurrenzfähig zu bleiben. Dabei sollte jedoch nicht die Gesundheit der Beschäftigten aus den Augen verloren werden. Es ist davon auszugehen, dass massive Umstrukturierungen zu hohen psychischen Belastungen der Mitarbeiter führen. Daher sollte spätestens nach, besser gleich zu Beginn von Change-Prozessen die Gesundheit der Beschäftigten mit auf die Agenda. Passiert das Umdenken erst, wenn die Krankentage steigen und psychische Erkrankungen entstehen, ist es deutlich schwieriger gegenzusteuern, als wenn dies gleich von Anfang an bedacht wird.
Die Ziele der Gesamtorganisation sind zudem bei der Entwicklung eines gesunden Führungsstils von großer Bedeutung. Die gesamte Organisation sollte sich deshalb eine gesunde Führungskultur zum Ziel setzen. In kleinen und mittelständischen Unternehmen in denen die Führungskultur stärker von der Geschäftsführung oder den Inhabern geprägt wird, steht und fällt der Stellenwert des Themas "Gesundheit" mit dem Verhalten und den Zielen der Unternehmensleitung.

Die dritte Säule: Führungsverhalten

Zentrale Aufgabe der Führungskraft sollte eine gesundheitsförderliche Gestaltung der Beziehung zum Mitarbeiter sein.

Unter Gesundheitsförderung versteht man laut Weltgesundheitsorganisationen einen allgemeinen Prozess, der Mitarbeitern ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit und damit eine Stärkung ihrer Gesundheit ermöglicht. Hier sollte gesunde Führung also ansetzen.

Die Gestaltung gesundheitsförderlicher Arbeitsbedingungen obliegt in der Regel der Organisationsleitung. Daneben existiert jedoch für die Führungskräfte auch eine sehr unmittelbare Einflussebene: Die Interaktion und Kommunikation mit den Mitarbeitern. Vorgesetzte können direkt die Beziehungsgestaltung beeinflussen. Daher ist eine der wichtigsten Führungsaufgaben die positive Gestaltung der Beziehung zum Mitarbeiter.

Schlagworte zum Thema:  Führung, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Gesundheitsmanagement

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