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| Fuhrpark

Dienstwagen wie eh und je

Gerade Firmenwagen der Marke Audi stehen bei den deutschen Unternehmen hoch im Kurs.
Bild: Sfelder ⁄

Ob umweltfreundlich oder nicht, Firmenwagen sind kaum wegzudenken aus den deutschen Unternehmen. Die beliebtesten Dienstwagen kamen im letzten Jahr – trotz des Abgasskandals – von den Marken des VW-Konzerns. Was sich Unternehmen von ihrem Fuhrpark versprechen und wie sie für die Zukunft planen, hat nun eine Studie untersucht.

Die umweltfreundlichste Mobilitätslösung sind Dienstwagen in den meisten Fällen wohl nicht. Doch das scheint viele Unternehmen kaum zu stören – nicht einmal die Umweltministerin Barbara Hendricks, wie sich kürzlich herausstellte: Von allen Bundesministern nutzt Frau Hendricks offenbar das Fahrzeug mit dem höchsten CO2-Ausstoß, ergab der Dienstwagencheck der Deutschen Umwelthilfe e. V. Auch nicht nachhaltiger unterwegs zu sein scheinen Justizminister Heiko Maas und Familienministerin Manuela Schwesig, die sich im Ranking den unrühmlichen letzten Platz mit der Parteikollegin teilen.

Ein Hybridmodell als Dienstwagen? Vielleicht morgen

Bei bekannt werden der Ergebnisse des Dienstwagenchecks, ließ die Umweltministerin verlauten, sie würde alsbald ein neues Dienstfahrzeug  anschaffen – eines, das weniger CO2 ausstoße, wahrscheinlich sogar ein Hybridmodell, also einen Wagen mit Elektro- und Benzinmotor. Ähnlich gute Vorsätze fördert eine Umfrage der Unternehmensberatung Kienbaum zu Tage, die 78 deutsche Firmen zu ihren Fuhrparks befragt hat. Auch in den Unternehmen sei man nämlich an "grünen" oder zumindest "grüneren" Alternativen interessiert, erbrachte die Studie: 59 Prozent der befragten Unternehmen könne sich vorstellen, Dienstfahrzeuge mit alternativem Antrieb anzuschaffen. Der Status quo scheint hiervon einstweilen aber noch weit entfernt – lediglich zehn Prozent der Unternehmen habe bereits in "grüne" Firmenwagen investiert, ergab die Kienbaum-Studie.

Umweltfreundlicher Fuhrpark und alternative Mobilitätskonzepte

Trotz des derzeit eher verhaltenen Interesses an innovativen Antriebsarten, sind einige Unternehmen bereits auf der Suche nach alternativen Mobilitätskonzepten. So gab immerhin ein Viertel der befragten Unternehmensvertreter an, Poolfahrzeuge zu nutzen, das heißt Dienstwagen, die den Arbeitnehmern lediglich im Bedarfsfall zur Verfügung gestellt werden. Zusätzlich würden 25 Prozent der Verantwortlichen bei der Auswahl der passenden Dienstwagen auf den CO2-Ausstoß der jeweiligen Fahrzeuge achten. Zudem sehe ein Viertel der befragten Unternehmen Fahrer- und Ökotrainings für die Mitarbeitern vor, stellten die Kienbaum-Forscher fest. Gefragt wurde außerdem nach der Verbreitung von Dienstfahrzeugen.

Fast alle Geschäftsführer fahren einen Firmenwagen

Bei den Geschäftsführern ist der Dienstwagen offenbar nach wie vor sehr verbreitet: 92 Prozent der Geschäftsführer und 78 Prozent der Führungskräfte fahren nach den Zahlen von Kienbaum einen Firmenwagen. Dabei gelte die Faustregel, je höher die Position, desto höher das Anschaffungsbudget: Den Median für die oberen Führungsebenen, also den Wert in der Mitte der erhobenen Daten, gibt die Kienbaum-Studie mit 50.000 Euro an. Bei den Geschäftsführern liege der Median sogar bei 70.000 Euro, die bei einer Mehrheit der Unternehmen (44 Prozent) in einen Wagen der Marke Audi investiert würden.

Bei Firmenwagen nichts Neues?

Somit scheint der Firmenwagen also weiterhin ein Benefit für die Mitarbeiter zu sein, ja sogar noch immer ein Instrument zur Mitarbeiterbindung: "Der Firmenwagen gilt als Motivationsanreiz mit repräsentativer Außenwirkung auf Arbeitnehmer- wie auch auf Arbeitgeberseite. Wir konnten jedoch feststellen, dass der Stellenwert eines Dienstwagens bei der jüngeren Generation abnimmt – wichtiger werden hier andere Faktoren wie etwa flexible Arbeitszeiten und attraktive Entwicklungsmöglichkeiten", sagt Kienbaum-Expertin Julia Leitl.

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Haufe Online Redaktion

Dienstwagen, Firmenwagen, Geldwerter Vorteil

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