Gehalt von MBA-Absolventen

Frauen, die ein MBA-Studium absolviert haben, verdienen zwar mehr als vor dem Studium. Der Gehaltsunterschied zu den Männern wird jedoch größer. Das zeigt eine aktuelle Studie der Forté Foundation.

Gerade für Frauen gilt ein MBA-Abschluss als erfolgversprechender Weg, ihre Karriere zu beschleunigen und ihr Gehalt zu erhöhen. So verdienen Frauen nach dem MBA-Abschluss mit durchschnittlich 152.806 Dollar in ihrem ersten Job nach dem Studium 63 Prozent mehr als vor dem MBA-Studium. Bei den Männern sind es jedoch durchschnittlich 211.800 Dollar und damit 76 Prozent mehr.

Gehaltsunterschied zwischen Frauen und Männern wird nicht kleiner

Gleichzeitig vergrößert sich der Gehaltsunterschied zwischen Frauen und Männern - unter Berücksichtigung der Dauer der Berufserfahrung - von drei Prozent vor dem Studium auf zehn Prozent im ersten Job nach dem MBA-Abschluss und auf 28 Prozent nach zwölf oder mehr Jahren Berufserfahrung.

Befragt wurden 900 MBA-Absolventen und Absolventinnen, die ihr Studium von 2005 bis 2007 abgeschlossen haben. Auch was ihre Führungsspanne angeht, schneiden Frauen schlechter ab. Männer führen mit 3,3 Mitarbeiter im Schnitt größere Team als Frauen mit 1,8 Mitarbeitern.

Unternehmen müssen reagieren

55 Prozent aller Befragten glauben, dass es "wahrscheinlich oder definitiv" einen Gender Pay Gap gibt. Das denkt einer von drei Männern (34 Prozent), aber zwei von drei Frauen (65 Prozent). Dabei schätzen die Befragten den Unterschied auf rund 24 Prozent (mehr für Männer). Das sind vier Prozentpunkte weniger als die Umfrage zeigt.

Es sei ermutigend, dass ein MBA-Abschluss Frauen eine größere wirtschaftliche Mobilität bringt, erklärt Elissa Sangster, CEO der Forté Foundation. Aber der gravierende Gehaltsunterschied müsse dringend angegangen werden. Einige der Unterschiede ließen sich zwar durch die Jobfunktionen der Frauen erklären, aber auch unbewusste Vorurteile und andere Faktoren spielten eine Rolle.

"Als wir Frauen fragten, was sie gegen die erlebten Unterschiede tun wollen, beabsichtigen sie eher das Unternehmen zu verlassen, als darüber mit ihrem Vorgesetzten, der Personalabteilung oder der Unternehmensführung zu sprechen", so Sangster. Das sei ein Weckruf für die Unternehmen, proaktiv gegen die Gehaltsunterschiede anzugehen oder das Risiko einzugehen, hochqualifizierte Mitarbeiterinnen zu verlieren.

Unterstützung bei Gehaltsverhandlungen

Um den Unterschied zu reduzieren, bedürfe es einer veränderten Wahrnehmung, sowohl bei den Studentinnen als auch bei den Arbeitgebern, sagt Michelle Wieser, Dekan der Business School an der amerikanischen St. Catherine University in Minnesota, die die Forschung leitete. "Wir brauchen Coaches und Karriereberater, die Frauen helfen, sich besser auf Gehaltsverhandlungen vorzubereiten", erklärt sie. "Männer haben dabei schon immer einen besseren Job gemacht."  

Die 2001 gegründete Forté Foundation kümmert sich mit verschiedenen Konferenzen und Programmen darum, dass mehr Frauen eine Managementausbildung absolvieren. Derzeit gehören 53 Business Schools zu ihren Mitgliedern. Eine der Initiativen ist das Forté Fellows Program, bei dem MBA-Studentinnen von den Mitgliedern mit einem Stipendium unterstützt werden.

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