12.03.2012 | HR-Management

Führungstechniken für die schwierigen Fälle (Teil 3): Führen von Vorgesetzten

Vorgesetzte zu führen, klingt erst mal paradox, ist es aber nicht. Denn wenn Sie es geschickt anstellen, können Sie durchaus auch Einfluss auf ihren Chef ausüben. Wichtige Voraussetzung: Sie müssen wissen, wie er tickt. Dann steht einer erfolgreichen Zusammenarbeit nichts mehr im Wege.

Grundsätzlich wird Führung als zielgerichtete Einflussnahme "von oben nach unten" verstanden. Jedoch sind durchaus auch Impulse von "unten" möglich – vorausgesetzt Sie genießen das Vertrauen Ihres Chefs. Denn umso mehr Sie in der Gunst ihres Vorgesetzten aufsteigen, desto größer wird zugleich auch Ihr Einfluss auf ihn.

 

Die Qualität der Zusammenarbeit definieren

Die erste Frage, die Sie sich demzufolge stellen sollten, lautet: "Wie soll die Qualität meiner Zusammenarbeit mit meinem Chef aussehen?" Wollen Sie lediglich gut mit ihm auskommen, so wird es genügen, Dienst nach Vorschrift zu leisten. Gleichfalls bedeutet dies aber auch, dass Ihre Einflussmöglichkeiten gegen Null tendieren. Unabhängig davon, welche Qualität der Zusammenarbeit Sie letztlich anstreben, lohnt es sich, Ihren Vorgesetzten kennen- und einschätzen zu lernen.

 

Kienbaum Expertentipp: Was für ein Mensch ist mein Chef?

Um besser umreißen zu können, wie Sie mit Ihrem Chef zusammenarbeiten sollten, versuchen Sie einmal, die folgenden Fragen zu beantworten bzw. achten Sie im Kontakt mit Ihrem Vorgesetzten darauf, wie er zu charakterisieren ist:

 

  • Ist mein Chef ein Leser oder ist er ein Hörer?
  • Ist mein Chef ein Freund von längeren und detaillierteren Darstellungen oder will er alles ganz knapp und kurz haben?
  • Will mein Chef lange und dafür eher seltene Besprechungen führen oder eher kurze aber dafür häufige?
  • Geht er gerne ins Detail und beachtet Kleinigkeiten oder konzentriert er sich auf das große Ganze?
  • Genügt es, wenn ich meinem Chef einmal etwas sage oder muss man die Dinge wiederholen, bevor er sie zur Kenntnis nimmt?
  • Ist er eher sachorientiert oder menschenorientiert?

Haben Sie die Eigenschaften Ihres Vorgesetzten etwas näher beleuchtet, dann wird es Ihnen wesentlich leichter fallen zu bestimmen, wie die Zusammenarbeit in der Praxis aussehen könnte. Ist Ihr Chef beispielsweise eher ein kreativer Mensch, der auf das große Ganze schaut, dann werden Sie ihm einen großen Gefallen tun, wenn Sie ihm die Detailarbeit abnehmen und ihm in diesem Zusammenhang den Rücken freihalten.

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