Führungskräfteentwicklung für eine digitale Wirtschaft

Die digitale Transformation stellt Führungskräfte vor ganz neue Herausforderungen – darin sind sich alle einig. Doch nur ein Bruchteil der Unternehmen hat bereits ein neues Führungsmodell ausgearbeitet und umgesetzt. Das ergab eine Studie zum Thema "Entwicklung von Führungskräften für eine digitale Wirtschaft".

Führungskräfte müssen sich heutzutage auf schnelle Marktveränderungen, die Verbreitung digitaler Technologien und auf die sich wandelnden Erwartungen von Kunden und Mitarbeitern einstellen. Eine aktuelle Studie der Human Capital Media Research and Advisory Group und des Unternehmens Skillsoft hat nun untersucht, mit welchen Herausforderungen sich Führungskräfte konfrontiert sehen, welche Kompetenzen sie künftig benötigen und wie weit dieser Kompetenzausbau bereits vorangeschritten ist. Befragt wurden rund 500 Führungskräfte aus Unternehmen unterschiedlichster Branchen mit Niederlassungen in Nordamerika, Europa, dem Nahen Osten und Afrika.

Aktuelle Herausforderungen für Führungskräfte

Als eine der größten Herausforderungen an Führungskräfte nannten die Befragten das Mithalten mit allen im Unternehmen genutzten Technologien. Eine weitere Hürde sei die kompetente Führung in Bezug auf Veränderungen innerhalb der eigenen Organisation, des Teams und in Bezug auf Kunden und Partner. Doch auch die notwendige emotionale Intelligenz – also die Fähigkeit, eigene und fremde Gefühle wahrzunehmen, zu verstehen und zu beeinflussen – sowie die strategische Ausrichtung der Führungsfunktionen sahen die Studienteilnehmer als Herausforderung in Zeiten der digitalen Transformation.

Nur wenige Unternehmen haben bereits neue Führungsmodelle umgesetzt

Eine wesentliche Erkenntnis der Studie: Zwar gaben 76 Prozent der Befragten an, dass sie kürzlich ihre Anforderungen für Führungskompetenzen geändert, erstmals eine Priorisierung der Führungskompetenzen erstellt oder eine Überarbeitung in nächster Zukunft geplant haben. Die Modernisierung ihrer Führungsmodells abgeschlossen und im Unternehmen umgesetzt haben jedoch nur sechs Prozent der Studienteilnehmer. Immerhin 38 Prozent haben zumindest schon mit der Umsetzung begonnen.

Bedarf an Kompetenzschulungen als hoch eingeschätzt

Befragt nach dem aktuellen Schulungsbedarf gaben 95 Prozent der Studienteilnehmer an, dass heutzutage auch Mitarbeiter ohne Führungsrolle unternehmerische Fähigkeiten benötigen. 86 Prozent bestätigten zudem, dass in ihrem Unternehmen auch Mitarbeiter eine Führungsrolle übernehmen, denen eine solche nicht formell zugewiesen ist.

Gegenstand der Studie war auch die Frage, welche Soft Skills – neben den benötigten Fachkenntnissen – für Führungskräfte von Morgen relevant sind. Genannt wurden insbesondere die Führung auf Basis von Werten/Ethik (77 Prozent), die Förderung der Diversität (68 Prozent) sowie Agilität, um flexibel auf neue Anforderungen und veränderte Bedingungen reagieren zu können (66 Prozent).

Methoden: Selbstgesteuertes Lernen und Workshops weit vorne

Um Kompetenzen wie diese aufzubauen, kommen in den Unternehmen bereits heute verschiedene Methoden zum Einsatz. So gaben 64 Prozent der Befragten selbstgesteuertes Lernen als wichtige vorhandene Schulungsmethode an. Auf Rang zwei rangieren Workshops, die von 61 Prozent der Befragten genutzt werden. Es folgen Rollenspiele und teambasierte Übungen (46 Prozent) sowie Mentoring (40 Prozent). Des Weiteren wurden die Rekrutierung digital versierter Führungskräfte, um Wissen intern aufzubauen (umgesetzt bei 35 Prozent der Befragten), und mobiler Support für Lernmethoden (26 Prozent) genannt.


Zur Erhebung:  Die Human Capital Media Research and Advisory Group hat in Zusammenarbeit mit Skillsoft insgesamt 493 Führungskräfte befragt: 276 Führungskräfte aus Unternehmen mit weniger als 2.500 Mitarbeitern und 217 Führungskräfte aus Unternehmen mit mehr als 2.500 Mitarbeitern. Die Befragten arbeiten in den unterschiedlichsten Branchen und Organisationen mit Niederlassungen in Nordamerika, EMEA und globaler Präsenz.


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