06.02.2013 | Serie Herausforderungen für Führungskräfte im neuen Amt

Josep Guardiola: Kulturkonflikte vermeiden

Serienelemente
Josep "Pep" Guardiola muss sich an die Bayern-Kultur gewöhnen.
Bild: Maxisport ⁄

Mit der Verpflichtung des spanischen Trainers Josep Guardiola ist dem FC Bayern München ein Coup gelungen. Aber schon wird die Frage laut, ob er an der Kultur der Bayern scheitern wird. Wie Führungskräfte kulturelle Konflikte vermeiden, erklärt Executive Coach Sabine Dembkowski.

Neue Besen kehren gut, wenn das System sie lässt, weiß Dr. Sabine Dembkowski. Das wichtigste Kriterium sei dabei die kulturelle Passung. "Der kulturelle Fit entscheidet, ob sich jemand in einer Organisation bewährt und auf Dauer erfolgreich sein kann. Die Wertesysteme und die Persönlichkeitsstrukturen zwischen der Führungskraft und der Organisation müssen zusammenpassen, sonst sind die Konflikte vorprogammiert."

Mehrwert des kulturellen Unterschieds

Beide Seiten sollten sich der Gründe bewusst sein, die zu dem Engagement geführt haben und sich auf die Kultur des jeweils anderen einstellen. Der Trainer als Führungskraft müsse sich bewusst sein, in welche Kultur er eintrete und welchen Mehrwert er darin schaffen könne. Für den neuen Arbeitgeber gelte es zu überlegen, welche Freiräume man der Führungskraft geben könne, damit sie eine Plattform habe, um ihre Stärken nutzen zu können.

Wie erfolgreich das sein kann, habe das Beispiel Klinsmann gezeigt. Der ehemalige Bundestrainer hatte aus seiner Wahlheimat USA für die deutsche Nationalmannschaft neue, amerikanische Trainingsmethoden mitgebracht und diese umgesetzt. "In dem Fall hat das tatsächlich funktioniert. Warum? Weil zu dem Zeitpunkt der deutsche Fußballbund bereit war, ihm die notwendigen Freiheiten und damit eine entsprechende Plattform zu bieten", so Dembkowski.

Spielraum für Erfolg

Wichtig sei vor allem, der neuen Führungskraft genügend Spielraum zu geben. "Das ist ein Geben und Nehmen auf beiden Seiten. Wenn ein Unternehmen sagen würde, die neue Führungskraft bekommt keinen Spielraum, den hatten die anderen auch nicht, die muss auf unserem System ihre Erfolge parken, das würde nicht gehen", ist Dembkowski überzeugt. Ein Unternehmen müsse vielmehr deutlich machen, dass es diese Führungskraft eingekauft habe, weil es international noch erfolgreicher sein wolle und weil es deren Methode in ihrem System brauche. "Jetzt müssen die Bayern wie jedes andere Unternehmen in dieser Situation überlegen, was müssen wir in unserem System ändern, damit der Mann auch tatsächlich agieren kann."

Schlagworte zum Thema:  Führung, Personalentwicklung, Unternehmenskultur

Aktuell

Meistgelesen