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Kunden kaufen nicht bei Unternehmen mit schlechtem Leadership

Wer schlecht führt, muss mit negativen wirtschaftlichen Folgen fürs Unternehmen rechnen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Eine internationale Studie bescheinigt Führungskräften nicht nur schlechtes Leadership und mangelnde Kommunikation. Sie legt auch einen Zusammenhang nahe zwischen der Chef-Kommunikation und dem Firmenerfolg - allerdings halten sich die positiven Effekte wohl in Grenzen.

Führungskräfte bekommen in Umfragen regelmäßig schlechte Noten für ihre Führungsfähigkeit. Der diesjährige Ketchum Leadership Communication Monitor schlägt wiederum in diese Kerbe: 6.500 Teilnehmer in 13 Ländern hat die US-amerikanische  PR-Agentur für ihre Studie zu effizientem Leadership, effizienter Kommunikation und die Verbindung zwischen beidem befragt; nur 22 Prozent von ihnen finden, dass Führungskräfte effizientes Leadership betreiben. Das bedeutet im Vergleich zum Ketchum-Monitor des Vorjahres eine Verschlechterung.

Studienautoren beschwören "Leadership-Krise"

Noch weniger Teilnehmer schauen optimistisch in die Zukunft und glauben, dass sich die Leadership-Fähigkeit auf der Chefetage im laufenden Jahr zum Besseren entwickeln werde. In Europa fällt die Bilanz noch düsterer aus als im globalen Schnitt: Hier denken nur 15 Prozent der Befragten, dass Führungskräfte effizientes Leadership betreiben. Die Autoren interpretieren die Ergebnisse als Beleg einer "anhaltenden Leadership-Krise".

Offene, transparente Kommunikation ist rar auf der Chefetage

Ein weiterer zentraler Kritikpunkt ist die Kommunikation auf der Chefetage: Nur 29 Prozent der Studienteilnehmer halten diese für effizient – und das, obwohl sie einer offenen, transparenten Kommunikation insgesamt eine große Bedeutung zumessen. Drei Viertel der Befragten halten dies für entscheidend bei gutem Leadership.

Kunden boykottieren schlechte Kommunikatoren

Offenbar hat das geringe Vertrauen in die Kommunikationsfähigkeit von Führungskräften auch wirtschaftliche Konsequenzen: Die Mehrheit der Befragten gibt an, in den vergangenen zwölf Monaten weniger bei Unternehmen mit schlechtem Leadership gekauft zu haben – oder diese Firmen sogar ganz boykottiert zu haben. Allerdings konnten die Studienautoren umgekehrt keine kausale Verknüpfung feststellen, denn weit weniger Studienteilnehmer geben an, sie hätten angefangen bei Unternehmen mit gutem Leadership zu kaufen oder sie hätten dort mehr gekauft.

Trostpflaster für Wirtschaftsbosse, Schelte für Politiker

Ein kleines Trostpflaster können Führungskräfte der Wirtschaft aus der Studie mitnehmen: Sie sind diejenigen Bosse, die im Vergleich mit jenen aus anderen Bereichen (Politik, ehrenamtliche Tätigkeiten, Gewerkschaften, Non-Profit-Sektor) am meisten bewundert werden – obgleich ihnen wiederum nur 29 Prozent bescheinigen, gut zu führen.

Ihre Kollegen aus der Politik müssen sich mit einem wenig erfreulichen Ergebnis abfinden, denn 70 Prozent der Befragten sagen, Politiker blieben hinter den Erwartungen zurück. 50 Prozent befürchten zudem, dass es in der Politik in puncto "Leadership" im Lauf des Jahres noch schlimmer werden könnte.

Haufe Online Redaktion

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