0

| Führung

Führungskräfte warnen vor psychischer Belastung

Ob die psychische Belastung am Arbeitsplatz krank macht, ist umstritten.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Statistik der Deutschen Rentenversicherung meldet, dass die Anzahl der Frührentner aufgrund psychischer Erkrankungen 2011 gegenüber 2008 um 28 Prozent gestiegen ist. Die Arbeit sei nicht der Grund, meint Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt und stößt damit auf Widerstand.

Arbeit verursache Zufriedenheit und keine psychischen Erkrankungen, hatte Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt in einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ vom 10. Januar bekundet. Hundts Aussage steht im Widerspruch zu den Statistiken der Deutschen Rentenversicherung, aber auch Erkenntnissen von Krankenkassen und dem „Stressmonitor“ des Arbeitsministeriums. Auch der Verband „Die Führungskräfte“ DFK hat sich jetzt zu Wort gemeldet.

Arbeit kann krank machen

Arbeit sei nicht der einzige Stressfaktor, könne aber durchaus zu psychischen Erkrankungen beitragen, heißt es in einem Statement des Verbandes. Arbeit als Ursache psychischer Erkrankungen auszuschließen, hieße vielmehr, sich der Realität zu verschließen. Nicht jede Erkrankung könne auf den Job geschoben werden, so Bernhard von Rothkirch, Vorsitzender des DFK. Unter Arbeitsmedizinern sei unbestritten, dass Ursachen für Burn-Out und andere Kranhkeitsbilder im psychischen Bereich auch im beruflichen Umfeld liegen könnten.

Mittelmanagement besonders beansprucht

Der Verband hat bei den eigenen Mitgliedern demnach die Erfahrung gemacht, dass gerade das mittlere Management in der Sandwich-Position zwischen Unternehmensleitung und Mitarbeitern in wirtschaftlich schwierigen Zeiten stark unter Druck steht. Bei den Managern werde das Gefühl erzeugt, „zerrieben“ zu werden. Das schlage auf die Psyche. Der Vorschlag, einen Anti-Stress-Paragraphen ins Arbeitsrecht aufzunehmen, wie ihn im letzten Sommer die IG Metall mit einer „Verordnung zum Schutz vor Gefährdungen durch psychische Belastungen bei der Arbeit“ vorgelegt hatte, sei wenig praktikabel.

Arbeitgeber und Mitarbeiter in der Pflicht

Damit spielt der Verband auf die nur schwer zu bestimmenden Ursachen von psychischen Erkrankungen und Burnout an. Einschlägige Vorschriften sind dadurch kaum umzusetzen und damit nicht wirksam. Ansatzpunkte sieht der DFK jedoch im Betrieblichen Gesundheitsmanagement und bei den Mitarbeitern. Diese sollten darin bestärkt werden, selbst Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen. Und könnten darin von den Arbeitgebern unterstützt werden.

Haufe Online Redaktion

Gesundheit, Personalentwicklung, Führung

Aktuell

Meistgelesen