20.08.2013 | Führung

Frauen führen - aber nicht ganz oben

An der Unternehmensspitze noch ziemlich einsam: Weibliche Führungskräfte
Bild: www.f1online.de

In deutschen Großunternehmen gibt es zunehmend mehr Frauen in Führungspositionen, so das Ergebnis einer Studie. Die große Ausnahme ist aber die Geschäftsführerebene: Dort verringerte sich der Anteil sogar. Warum das so ist, zeigt eine zweite Studie.

Weibliche Führungskräfte sind einer Befragung des Memorandums für Frauen in Führung (MFF) zufolge in großen Unternehmen auf dem Vormarsch: Auf fast allen Führungsebenen stellte das MFF im Vergleich zu seiner Befragung vor drei Jahren einen Zuwachs des Frauenanteils fest. Auf der Abteilungs- und Teamleiterebene entwickelte sich der Anteil von 26,1 Prozent (2010) auf 27,7 Prozent (2012), und unter den Bereichsleitern wuchs der der Kreis führender Frauen auf 15,87 Prozent an, was ein Plus von 1,45 Prozentpunkten bedeutet. Das MFF befragte für seine Benchmark-Studie 2012 insgesamt 91.306 Mitarbeiter aus zwölf deutschen Großunternehmen, davon 40.819 Frauen.

Weniger Frauen auf oberster Führungsebene

Der positive Trend konnte sich jedoch nicht auf allen Unternehmensebenen durchsetzen: Auf oberster Ebene reduzierte sich der Frauenanteil sogar im Vergleich zu 2010. Waren es damals noch 6,38 Prozent, gab es 2012 nur noch 5,19 Prozent Frauen auf Vorstands- beziehungsweise Geschäftsführungsniveau.

Woran das liegt, danach befragte LAB and Company 509 Führungskräfte, davon 110 Frauen: Die Personalberater wollten wissen, warum es für Frauen immer noch schwierig ist in Führungspositionen zu kommen. Hauptgrund ist demnach die Nichtvereinbarkeit von Familie und Beruf, wie 69 Prozent der männlichen und 66 Prozent der weiblichen Befragten angeben. Als weiteren Grund nennen die Studienteilnehmer, dass der Führungsanspruch von Frauen zu defensiv geäußert werde (Männer: 49 Prozent, Frauen: 59 Prozent). 42 Prozent der männlichen, aber nur 29 Prozent der weiblichen Befragten sagen, dass es am fehlenden Aufstiegswillen von Frauen wegen anderer Prioritäten liege.

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