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Entscheider wollen Gesellschaft mitgestalten

Gestaltungswille: Laut Umfrage das wichtigste Motiv für Entscheider.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Wer glaubt, dass persönlicher Ehrgeiz das entscheidende Motiv von Führungskräften ist, irrt – zumindest, wenn man den Ergebnissen einer neuen Studie glauben darf. Diese fragte auch nach den größten gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen aus Sicht der Entscheider.

Die Forscher des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) befragten zwischen November 2011 und November 2012 Entscheidungsträger aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Justiz, Militär, Kirchen und Medien dazu, was sie bei der Ausführung ihrer Funktion motiviert. Dabei nannten fast alle Befragten (92 Prozent) das Motiv, die Gesellschaft mitgestalten zu wollen. Für zwei Drittel der Befragten ist demnach "gesellschaftliche Verantwortung" ein Motivator. "Ehrgeiz" wird von 31 Prozent der befragten Männer und 23 Prozent der befragten Frauen als wichtig eingestuft.

Welche Motivatoren vermuten die Führungskräfte bei anderen Entscheidungsträgern? Auch hier wurde der Gestaltungswille mit 70 Prozent am häufigsten genannt. Glaubt man der Studie, gehen Selbst- und Fremdwahrnehmung aber ansonsten auseinander: Während zwei Drittel "gesellschaftliche Verantwortung" als eigenen Motivator nennen, glauben nur 22 Prozent, dass dieser Wunsch bei anderen Führungskräften das wichtigste oder zweitwichtigste Motiv sei. Dafür liegt "Ehrgeiz" mit 60 Prozent in der Fremdwahrnehmung deutlich weiter vorne als in der Selbsteinschätzung.

Demografischer Wandel fordert Führungskräfte heraus

Die Studienautoren fragten die Führungskräfte auch, welches für sie die grundlegenden gesellschaftlichen und politischen Probleme Deutschlands sind. 60 Prozent der Führungskräfte sehen den demografischen Wandel als größte Herausforderung. Für 48 Prozent ist die Wirtschafts-, Staats- und Finanzkrise das dringlichste Thema, und 28 Prozent nennen die Sicherung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und die Überwindung sozialer Ungleichheit als wichtigstes Problem. Bildung und Wissenschaft schätzen dagegen nur 19 Prozent der Befragten als problematisch ein.

Über die Studie

Für die Studie "Entscheidungsträger in Deutschland: Werte und Einstellungen" befragte ein Forscherteam des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) 354 Führungskräfte aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Justiz, Militär, Kirchen und Medien.

Schlagworte zum Thema:  Führung, Gesellschaft

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