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Chefstrategen: gut ausgebildet, gut vernetzt – und voll beschäftigt

Die CSOs erfolgreicher Firmen verfügen laut Studie über viel Erfahrung und ein gutes Netzwerk.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Eine Studie gibt Aufschluss darüber, über welches Profil die Chief Strategy Officers (CSOs) in europäischen Unternehmen verfügen und womit sie sich beschäftigen. Demnach haben Chefstrategen eine gute Ausbildung, ein großes Netzwerk – und alle Hände voll zu tun für Profitabilität zu sorgen.

Bereits zum dritten Mal hat der Strategieberater Roland Berger zusammen mit dem Institut für Betriebswirtschaft der Universität St. Gallen für eine Studie mehr als 150 Chefstrategen in den größten europäischen Unternehmen befragt. Dabei ist ein klares Bild von Europas CSOs entstanden: Die meisten von ihnen haben demnach studiert, viele sogar Top-Universitäten besucht. Darüber hinaus ist die Mehrheit in der Praxis der Unternehmensstrategie erfahren: Sechs von zehn Befragten haben während ihrer beruflichen Laufbahn bereits in einer Strategieabteilung oder im General Management gearbeitet. "Erfolgreiche Firmen haben öfter erfahrene CSOs, die schon lange im Unternehmen tätig sind", führt Studienleiter Professor Markus Menz vom Institut für Betriebswirtschaft der Universität St. Gallen aus. 27 Prozent der Befragten arbeiteten etwa schon seit über zehn Jahren in ihrem Unternehmen. "Sie kennen alle Prozesse und mögliche Schwachstellen und verfügen über ein starkes Netzwerk innerhalb der Firma", so Menz weiter. Wer für eine solche Position intern oder extern rekrutiert, sollte also neben der Erfahrung der Kandidaten auch deren Netzwerk beachten.

Big Data und Social Responsibility für Chefstrategen nicht interessant

Die Studie gibt außerdem Aufschluss über die Themen, mit denen sich Europas Chefstrategen aktuell beschäftigen. Ganz vorne auf der Strategie-Agenda steht demnach, Entscheidungen zu treffen, die profitables Wachstum ermöglichen. Als wichtigste strategische Entscheidungen nennen 41 Prozent der Befragten das Portfolio-Management, während 22 Prozent das Unternehmenswachstum, 19 Prozent Kostensenkungen und 16 Prozent die Umsetzung der geplanten Strategie priorisieren. Weniger relevant sind der Umfrage zufolge in den Strategieabteilungen Themen wie "Big Data" und "Corporate Social Responsibility". Dagegen prognostizieren die befragten CSOs, dass es künftig immer wichtiger werde, Fähigkeiten, Prozesse und Strukturen im Unternehmen aufzubauen, die eine flexible Anpassung der Organisation auf neue Marktbedingungen ermöglichen.

Die Ergebnisse zeigten, so die Studienautoren, dass die Bedeutung der CSOs weiter zunehme und diese immer öfter Entscheidungen treffen müssten, die besonderes Augenmaß erfordern. Zudem kritisieren sie, dass die Kapazitäten in den Strategieabteilungen nicht mit der immer wichtigeren Rolle der Strategen und deren zunehmend komplexen Aufgaben wüchsen.

Haufe Online Redaktion

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