13.10.2011 | HR-Management

Frauenquote: Wohl doch Zwang zur Selbstverpflichtung

Im Streit um eine gesetzliche Frauenquote in den Führungsetagen der Wirtschaft zeichnet sich zwischen Familienministerin Kristina Schröder und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen eine Einigung ab. Offenbar läuft es nun auf die flexible Regelgung, die Schröder vorgeschlagen hatte, hinaus.

Schröder sagte der "Passauer Neuen Presse", sie rechne beim Spitzentreffen mit den Dax-30-Unternehmen mit ehrgeizigen Selbstverpflichtungen der Konzerne. "Kein Unternehmen wird sich trauen, sich eine einstellige Frauenquote als Ziel zu setzen. Da gehe ich jede Wette ein."

Die DAX-30-Unternehmen hatten im März zugesagt, dass sie noch in diesem Jahr jeweils verbindliche Zielquoten für ihre Führungsebenen veröffentlichen wollten.

Anders als Schröder war Arbeitsministerin Ursula von der Leyen bislang für eine klare gesetzliche Quotenvorgabe zur Frauenbeteiligung - nachdem frühere Selbstverpflichtungen der Wirtschaft ergebnislos geblieben waren. Von der Leyen wird dabei von mehreren weiblichen CDU-Abgeordneten unterstützt. Schröder hingegen möchte die Unternehmen per Gesetz verpflichten, sich jeweils selbst eine individuelle Quote als Zielvorgabe zu geben, um flexibel auf branchenspezifische Besonderheiten zu reagieren.

 

Anstrengungen reichen der Ministerin noch nicht

Von der Leyen sagte dem "Handelsblatt", sie habe zwar Respekt vor den Anstrengungen der Personalvorstände, unterhalb der obersten Chefetagen talentierte Frauen in Führung zu bringen, "aber der Lackmustest wird sein, ob die Konzerne bereit sind, sich für die Besetzung von Vorstands- und Aufsichtsratsmandaten mit Frauen ganz konkrete Ziele mit ganz konkretem Zeitplan zu setzen." Sie bleibe "überzeugt, dass an der Frauenquote kein Weg vorbeiführt und dass sie über kurz oder lang kommen wird".

Auf die bisherigen Meinungsverschiedenheiten mit ihrer Kabinettskollegin ging von der Leyen nicht ein. Seit sie zusammen mit Schröder das Thema Frauenquote "bewege", sei "endlich Fahrt in die Sache gekommen", sagte von der Leyen.

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