| Frauenquote

Jeder siebte Aufsichtsrat ist eine Frau

Die Frauenquote in Aufsichtsräten steigt.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Debatte um eine gesetzliche Frauenquote in Spitzenpositionen geht weiter. Bis zu 40 Prozent will Hamburg bis 2023 erreichen. Aktuell ist die Vertretung von Frauen in Aufsichtsräten deutscher Großkonzerne davon noch weit entfernt.

Die Aufsichtsräte der Dax-Konzerne werden allmählich ein wenig weiblicher. Von 27 neu gewählten oder nominierten Mitgliedern in diesem Jahr seien zehn Frauen, berichtete die Unternehmensberatung Heidrick & Struggles in Düsseldorf. Ausgeschieden sei nur eine Aufsichtsrätin bei Beiersdorf. Damit stieg die Quote der weiblichen Aufsichtsratsmitglieder der Kapitalseite von zehn auf 14 Prozent.

"Der Wille, mehr Frauen in die Aufsichtsräte zu berufen, ist auf jeden Fall gegeben", sagte Unternehmensberater Jens-Thomas Pietralla. Bei einer ähnlichen Entwicklung wie in den vergangenen zwei Jahren könnten in fünf Jahren 30 Prozent der Dax-Aufsichtsräte Frauen sein.

Hamburg will Vorstoß im Bundesrat wagen

Derweil will die Hansestadt Hamburg einem Bericht zufolge neuen Schwung in die Debatte um eine gesetzliche Frauenquote in Spitzenpositionen bringen. Die Hamburger Regierung wolle mit einem Vorstoß im Bundesrat eine 40-Prozent-Quote für Frauen in Aufsichtsräten börsennotierter und mitbestimmter Firmen erreichen, berichtet das "Hamburger Abendblatt" in seiner Online-Ausgabe.

Dem Gesetzesentwurf zufolge solle die Quote verpflichtend für die Firmen in zwei Etappen erreicht werden, 20 Prozent bis 2018 und 40 Prozent bis 2023. Unternehmen, die sich nicht an die Vorgaben halten, sollen steuerlich sanktioniert werden. Noch in dieser Woche ist eine Abstimmung des Senats geplant, im Juni soll der Bundesrat über den Vorstoß beraten.

Angeblich haben sich Merkel und Seehofer über flexible Quote geeinigt

Zuvor hatte "Spiegel Online" berichtet, Bundeskanzlerin Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer hätten sich kürzlich auf die flexible Quote geeinigt, die auch Frauenministerin Kristina Schröder

(CDU) einführen will. Diesen Bericht wollte Regierungssprecher Steffen Seibert bisher nicht kommentieren. Das Modell der Flexi-Quote, das Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nicht weit genug geht, sieht auf der Basis eines Gesetzes eine Selbstverpflichtung der Wirtschaft vor. Dabei sollen die Unternehmen selbst eine Zielquote festlegen.

Frauenquote auch für die Wissenschaft gefordert

Der Wissenschaftsrat fordert laut Informationen des "Spiegel" eine Frauenquote – nach dem letzten Stand in Höhe von 40 Prozent. Auswahlkommissionen und Aufsichtsorgane von Forschungseinrichtungen und Hochschulen müssten weiblicher werden, so der Rat. Nach seinen Angaben waren im Jahr 2010 lediglich 25 Prozent der Habilitierten und rund 15 Prozent der Professoren in der höchsten Besoldungsstufe C4/W3 Frauen. Und das obwohl 52 Prozent der Hochschulabsolventen und 44 Prozent der Promovierten weiblich seien.

Schlagworte zum Thema:  Frauenquote, Aufsichtsrat

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