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| Frauenquote

EU will den Frauenanteil in Aufsichtsräten regeln

Wie viele Frauen und Männer künftig in Aufsichtsräten sitzen, soll eine EU-Richtlinie vorgeben.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Erst vor Kurzem hat eine Studie belegt, dass die Aufsichtsräte der Dax-Unternehmen noch weit entfernt sind von der politisch geforderten Mindestquote von 30 Prozent. Das muss sich nun wohl schneller ändern als gedacht. Die EU plant laut "Welt am Sonntag" doch eine Quotenregelung.

Wenn es nach Justizkommissarin Viviane Reding geht, werden bis zum Jahr 2020 ganze 40 Prozent der Aufsichtsräte mit Frauen besetzt sein müssen. Sie plant laut "Welt am Sonntag" für den Herbst eine entsprechende EU-Richtlinie. Der Entwurf sieht die Regelung laut dem Zeitungsbericht für börsennotierte Unternehmen vor. Zunächst muss die Richtlinie aber erst die üblichen politischen Etappen durchlaufen: EU-Parlament und EU-Rat müssen darüber entscheiden.

Geplante Sanktionen

Betroffene Unternehmen, die künftig die Quote nicht erfüllen, müssen dann mit Bußgeldern, weniger oder keinen staatlichen Subventionen oder dem Ausschluss von öffentlichen Wettbewerben rechnen. Laut dem Bericht soll es sogar möglich sein, dass ein Mann, der zum Aufsichtsrat berufen wird, hinterher den Job wieder verlieren kann – wenn die Besetzung mit einer mindestens gleichwertig qualifizierten Frau möglich gewesen wäre. Allerdings will Reding kleine und mittlere Unternehmen von der Reglung ausnehmen, da hier der Verwaltungsaufwand zu hoch läge.

Führungskräfte-Monitor  des DIW: Frauen holen auf

Gerade in den kleineren Unternehmen gelangen Frauen jedoch in Führungspositionen – zumindest unterhalb der Aufsichtsratsebene. Wie der aktuelle Führungskräfte-Monitor des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt, ist der Anteil der Frauen in Führungspositionen von 2001 bis 2010 von 22 auf 30 Prozent gestiegen. In den Vorständen der 200 größten deutschen Unternehmen waren aber Ende 2011 nur drei Prozent der Posten mit einer Frau besetzt.

Weiterhin belegt der Report, dass männliche Führungskräfte durchschnittlich für 33 Mitarbeiter verantwortlich sind, weiblichen Kollegen nur für 20 Mitarbeiter. Fast gleichauf liegen Männer und Frauen dagegen beim höchsten Bildungsabschluss. 64 Prozent der Frauen verfügen über einen Hochschulabschluss und 66 Prozent der Männer.

Außerdem sind Frauen laut den Ergebnissen durchschnittlich jünger und verfügen über weniger Berufserfahrung, wenn sie in Führungspositionen gelangen. So sind jüngere Frauen mit noch mit 39 Prozent in Führungspositionen vertreten, erst wenn sie in die Familienphase kommen, sinkt dieser Wert.

Den kompletten Führungskräfte-Monitor 2012 des DIW können Sie hier abrufen.

Haufe Online Redaktion

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