03.05.2011 | HR-Management

Frauenquote: Debatte kommt nicht zum Stillstand

Seit Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen eine gesetzliche Frauenquote ins Spiel gebracht hat, will die Debatte nicht mehr enden. Arbeitgeber sind dagegen, Gewerkschaften dafür, die meisten Deutschen im Allgemeinen dagegen. Wir zeigen die Meinungen im Überblick.

Eine gesetzliche Frauenquote für Vorstände und Aufsichtsräte wird von den allermeisten Deutschen abgelehnt. Nur elf Prozent der Bürger sprechen sich dafür aus; unter den Männern sind es neun Prozent, unter den Frauen 13 Prozent. Das berichtet die "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid.

37 Prozent aller befragten Bürger meinen demnach, die Politik solle sich bei dem Thema ganz heraushalten. 25 Prozent aller Befragten finden, die Politik solle es bei Appellen belassen. Deutlich wichtiger sind den Deutschen Arbeitsbedingungen, die es Frauen erleichterten, Beruf und Familie zu vereinbaren: 63 Prozent aller Befragten erklärten, sie seien unzufrieden mit dem, was Politik und Wirtschaft für berufstätige Frauen täten.

 

Arbeitgeber und Gewerkschaften unversöhnlich

Die Arbeitgeber lehnen die Quote in Spitzenjobs weiter strikt ab. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sagte dem "Hamburger Abendblatt": "Eine starre, gesetzliche Quote zur Förderung von Frauen in Führungspositionen ist falsch." Das Ziel, mehr Frauen in deutschen Chefetagen zu beschäftigen, lasse sich nicht gesetzlich erzwingen.

Ein wichtiger Schritt zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf seien flexible Arbeitszeiten, sagte der Präsident der Bundesvereinigung deutscher Arbeitgeberverbände (BDA). "Auch der Staat muss die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern", fügte er hinzu.

DGB-Chef Michael Sommer setzt sich dagegen weiter für eine Quote ein. "Wir brauchen eine gesetzliche Frauenquote, denn die Selbstverpflichtung der Unternehmen hat in den vergangenen Jahren nichts gebracht", sagte er dem "Hamburger Abendblatt".

 

Statements von zwei Personalchefinnen: Falscher Weg

In der Debatte um eine Frauenquote in Führungspositionen großer Unternehmen haben sich auch die Personalchefinnen von Metro und Siemens gegen starre gesetzliche Vorgaben ausgesprochen. "Wir denken, das ist der falsche Weg", sagte Metro-Personalchefin Claudia Schlossberger. Stattdessen setze der Handelskonzern unter anderem auf mehr Betreuungsplätze für Kinder, damit Frauen Familie und Beruf besser vereinen können.

Ähnlich äußerte sich die Siemens-Personalchefin Brigitte Ederer. "Wir sind gegen eine gesetzliche Quote", sagte Ederer, die seit Mitte 2010 als zweite Frau im Siemens-Vorstand sitzt, der "Süddeutschen Zeitung". Es sei ihr ein Anliegen, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Dies gelte aber nicht nur für Vorstand und Aufsichtsrat, sondern für die große Mehrheit der Beschäftigten.

 

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