30.08.2012 | Frauenquote

30-Prozent-Ziel in Dax-Aufsichtsräten nicht erreicht

Die Hürde der 30-Prozent-Quote haben die Aufsichtsräte noch nicht genommen.
Bild: S. Hofschlaeger ⁄

Die Aufsichtsräte der Dax-Unternehmen werden langsam weiblicher – aber noch sind sie weit von der politisch geforderten Mindestquote von 30 Prozent entfernt. Und nur ein Dax-Aufsichtsrat wird von einer Frau geführt.

Jedes fünfte Aufsichtsratsmitglied in Deutschlands Top-Unternehmen ist eine Frau, erklärt die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) . 97 der insgesamt 500 Kontrolleure der 30 Dax-Konzerne sind weiblich, der Frauenanteil in den Aufsichtsräten sei auf aktuell 19,4 Prozent gestiegen.

Als "mächtigsten Aufsichtsrat" Deutschlands werten die Aktionärsschützer Manfred Schneider. Der ehemalige Bayer-Chef sitzt gleich in drei Dax-Gesellschaften dem Kontrollgremium vor: Bayer, Linde und RWE. Auf Rang 2 listet die DSW Paul Achleitner, der seit Juni den Aufsichtsrat der Deutschen Bank führt und zudem einfaches Mitglied in den Kontrollgremien von Bayer, Daimler und RWE ist.

Nur die Henkel-Nachfahrin leitet einen Dax-Aufsichtsrat

Von einer Frau wird nur ein Dax-Aufsichtsrat geführt: Seit September 2009 kontrolliert die Ururenkelin des Firmengründers Fritz Henkel, Simone Bagel-Trah, die Geschäfte des Düsseldorfer Klebstoff- und Waschmittelriesen Henkel.

Die DSW bilanziert: Das Wahljahr 2013 müsse erweisen, ob die von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) favorisierte "Flexi-Quote" ausreiche, um den Frauenanteil in großen Unternehmen zu steigern. "Sollten danach nicht deutliche Fortschritte erkennbar sein, dann steht zu befürchten, dass die Einführung einer gesetzlichen Quote im anstehenden Bundestagswahlkampf aufgegriffen wird", erklärte die stellvertretende DSW-Hauptgeschäftsführerin Jella Benner-Heinacher. "Meine Prognose ist deshalb, eine verbindliche Quotenregelung wird wohl kommen - ob über Berlin oder Brüssel."

Schlagworte zum Thema:  Frauenquote, DAX, Führung

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