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Frauenförderung: Kultur statt Quote

23 der DAX-30 Unternehmen betreiben aktives Diversity Management, haben dafür eine zentrale Stelle eingerichtet und bemühen sich auch um Frauenförderung. Doch für eine tatsächliche Chancengleichheit bedarf es einer gewaltigen Kulturveränderung – so das Ergebnis der Synergiewerkstatt ‚Frauenförderung 2.0‘ des Netzwerks ‚Synergie durch Vielfalt‘.

Bei einem Online-Test des Netzwerks ‚Synergie durch Vielfalt' wurde zwar 68 Prozent der Teilnehmerinnen bescheinigt, in einem frauenfreundlichen Unternehmen zu arbeiten. Allerdings wurde die Schlüsselfrage, ob nämlich ein Frauenanteil in Führungspositionen von mehr als 15 Prozent vorzuweisen ist, nur von 34 Prozent der Befragten bejaht.

Viele Frauen dürfen nicht

Dabei stößt man bei der Ursachenforschung meist auf einen Dreisatz an Gründen, den die Diversity-Expertin und Leiterin des Netzwerks Dr. Petra Köppel (Synergy Consult) vorstellte: „Neben dem „Wollen", also der Motivation der Frauen, sich in einer männlichen dominierten Umgebung überhaupt auf eine Führungsposition einzulassen, und dem „Können", sogenannten Schlüsselkompetenzen wie Selbstvermarktung und Netzwerken, ist auch das „Dürfen" zu gewährleisten: Inwieweit lässt eine Unternehmenskultur überhaupt Frauen-Karrieren zu.

Einzelmaßnahmen sinnlos

Als weibliche Rollenvorbilder stellten auf der Veranstaltung vier hochkarätigen Führungsfrauen ihren Karriereweg und die sogenannten „Erfolgsgeheimnisse" vor: Brigitte Ederer (Personalvorstand Siemens), Cornelia Hulla (ehem. Personalvorstand Coca-Cola), Prof. Dr. Ute Klammer (Vorsitzende Sachverständigenkommission Gleichstellung vom BMFSJ) und Melanie Kreis (Leiterin Konzerncontrolling Deutsche Post DHL). Fazit: Das Problem der mangelnden Förderung liegt nicht bei den Frauen, sondern in einer Umgebung, die die Potenziale der Frauen derzeit verkennt. Einzelmaßnahmen, wie eine Frauenquote oder Frauentrainings, können daher keinen nachhaltigen Erfolg zeigen. Vielmehr, so die Veranstalter, muss eine wertschätzende Unternehmenskultur gestaltet werden, die einhergeht mit Offenheit und Änderungsbereitschaft. Für einen solchen Kulturwandel müssen verkrustete Praktiken wie Kronprinzpraktiken und Vetternwirtschaft aufgebrochen und alle mitgenommen werden - Männer und Frauen

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