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| Frauenförderung

Im Westen nichts Neues

Eine Untersuchung des Bundesfamilienministeriums zeigt: Im Westteil der Republik führen weniger Frauen als im Ostteil.
Bild: PhotoDisc Inc.

Eine Untersuchung des Bundesfamilienministeriums offenbart regionale Unterschiede beim Thema "Frauenförderung": Demnach führen im Osten mehr Frauen als im Westen. Ein weiterer Unterschied: Wer im Westen als Frau Vollzeit arbeitet, sieht sich deutlich häufiger unter Rechtfertigungsdruck.

Am kommenden Wochenende wird das 25. Jubiläum der Deutschen Einheit gefeiert. Doch auch wenn Deutschland schon lange politisch vereint ist, bestehen weiterhin merkliche Unterschiede zwischen Ost und West.

In Brandenburg führen die meisten Frauen, in Bayern die wenigsten

So auch beim Thema "Frauenförderung", wie eine neue Untersuchung im Auftrag des Bundesfamilienministeriums zum Miteinander der Geschlechter in Ost und West belegt. Die Untersuchung, die Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) am Donnerstag in Berlin mit Bürgern diskutieren will, zeigt im Einzelnen, in welchen Bundesländern die meisten Frauen in Führungspositionen vertreten sind: Auf Platz eins liegt demnach mit einem Anteil von 26 Prozent Brandenburg, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern mit 25,7 Prozent Frauen in den Chefetagen. Das Schlusslicht bildet Bayern mit 20,9 Prozent.

Verwandte, Bekannte, Erzieher: Alle bauen Legitimationsdruck auf

Die Autoren der repräsentativen Befragung beobachteten noch einen weiteren, kulturellen Unterschied zwischen Ost und West: Ihnen gegenüber beklagen sich im Westen deutlich mehr Mütter mit Vollzeitjobs darüber, dass sie unter einem hohen Rechtfertigungsdruck stünden, als unter ihren Kolleginnen im Osten.

Viele der West-Männer teilen offenbar die Ansicht der Frauen. Insgesamt berichten 69 Prozent der Frauen im Westen und 58 Prozent der Männer darüber, Frauen mit kleinen Kindern, die Vollzeit arbeiten wollten, seien in ihrem sozialen Umfeld einem "Legitimationsdruck" ausgesetzt. Dieser Druck gehe von Verwandten, Freunden, Kollegen, aber auch von Erziehern in Kitas aus.

In den neuen Bundesländern kennen nur 25 Prozent der Frauen und 39 Prozent der Männer dieses Phänomen.


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