17.02.2012 | HR-Management

Frauen streben seltener nach Führungspositionen

Frauen schöpfen zu einem großen Teil ihr Potenzial nicht aus und sind wenig motiviert, Führungspositionen zu übernehmen. Das ist eine Quintessenz des zweijährigen Forschungsprojekts "Führungsmotivation im Geschlechtervergleich" von Organisationspsychologen der Helmut-Schmidt-Universität.

In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojekt "Führungsmotivation im Geschlechtervergleich" untersuchten Professor Jörg Felfe und seine Mitarbeiter zwei Jahre lang die Rolle der Führungsmotivation für das Erreichen von Führungspositionen. Das Fazit des Professoren: "Ihre ambivalente Haltung gegenüber Führung hindert sie daran, zielorientiert und offensiver vorzugehen, wenn es um Führungspositionen geht."

 

Bessere Leistungsvoraussetzungen, weniger Motivation

In einer Untersuchung mit 700 Studierenden geisteswissenschaftlicher Fächer fanden die Wissenschaftler heraus, dass die weiblichen Studierenden zwar die besseren Abiturabschlussnoten vorweisen konnten, ihre Motivation, Führungsverantwortung zu übernehmen, jedoch bedeutend geringer ausgeprägt war als bei den Männern. Gute Abiturnoten gehen nur bei Männern mit hoher Führungsmotivation einher, während sich die besseren Leistungsvoraussetzungen bei Frauen nicht in eine höhere Führungsmotivation übersetzen.

 

Frauen erhalten eher mehr Gehalt als eine höhere Karrierestufe

In einer weiteren Untersuchung mit rund 170 Angestellten zeigte sich, dass eine hohe Führungsmotivation auch mit deutlich mehr Gehaltserhöhungen und Beförderungen einhergeht. Personen, die befürchten, den Anforderungen einer Führungsposition nicht gewachsen zu sein, erhalten deutlich weniger Gehaltserhöhungen und weniger Beförderungen.

Es zeigte sich darüber hinaus, dass eine hohe Führungsmotivation bei Frauen eher mit Gehaltserhöhungen zusammenhängt, während sie bei Männern eher mit der Anzahl der Beförderungen einhergeht. Führungsmotivierten Frauen gelingt es also eher, sich im Gehalt zu verbessern, als die Karriereleiter zu erklimmen. Außerdem haben die Männer bei gleicher Hierarchieebene eine höhere Anzahl von Mitarbeitern.

 

Weitere Studie erforscht die Motivationshindernisse

Um herauszufinden, worauf die bei Frauen häufiger auftretenden Motivationshindernisse zurückzuführen sind, führt die Forschungsgruppe derzeit eine Interviewstudie mit hochkarierten Führungsfrauen durch. Die Ergebnisse sollen als wichtige Ergänzungen für die frauenspezifische Karriereberatung dienen, so dass Frauen ihre Potenziale stärker entfalten können.

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